Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung Teufels Beitrag

15.07.2019

Das Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung (MK) stellt heuer Kirchen und Kapellen im Erzbistum vor, um die sich so manche gruselige Begebenheit rankt. In der ersten Folge besuchen wir einen spektakulären Fußabdruck.

In der ersten Sommerrätsel-Folge besuchen wir einen spektakulären Fußabdruck.
In der ersten Sommerrätsel-Folge besuchen wir einen spektakulären Fußabdruck. © Kiderle

Wenn Sie, so wie ich, in München geboren, aufgewachsen und Anfang der 1980er Jahre in die Grundschule gegangen sind, dann wird ihnen „Der Hirschbold“ vielleicht noch ein Begriff sein. Falls nicht: „Der Hirschbold“ war jenes damals gebräuchliche gelbe Schulbuch für den Heimat- und Sachkundeunterricht mit dem offiziellen Titel „Münchner Heimat“. Autor Benedikt Hirschbold hatte hierin alle für Grundschüler relevanten (geschichtlichen) Fakten über die bayerische Landeshauptstadt in schönen Geschichten lernplangerecht ausformuliert. Im Hirschbold gab es auch jede Menge alter Münchner Sagen – viele in Gedichtform.

Der Leibhaftige in München

Eine besonders beeindruckende, und um die soll es in dieser Rätselfolge gehen, schildert, wie der Leibhaftige höchstpersönlich ins mittelalterliche München zur damals wohl größten Baustelle im Herzen der Stadt kommt: 1468 wurde unter der Leitung des „Meisters Jörg, Maurer aus Halspach“ der Grundstein für eine neue Kirche gelegt. In nur 20 Jahren hat man den riesigen Ziegelsichtbau fertiggestellt, eine bis heute unübertroffene Meisterleistung.

Der Teufel kommt nun also in das noch nicht geweihte Gotteshaus (die Konsekration erfolgt tatsächlich erst 1494): „Den Wind, auf dem er angesprengt, den hat er draußen angehängt“, heißt es. Der Gottseibeiuns bleibt im Eingangsbereich unter dem Chor stehen.

Vor allem für Touristen ist der rätselhafte Fußabdruck in der weltberühmten Münchner Kirche eine große Attraktion.
Vor allem für Touristen ist der rätselhafte Fußabdruck in der weltberühmten Münchner Kirche eine große Attraktion. © Kiderle

Das Gedicht fährt fort:

„Des Tempelbaues Herrlichkeit erregt des Teufels Gall und Neid, macht ihm das schwarze Herz so bang. Das Spitzeng’wölb, der Bogengang, der schlanken Säulen Doppelreih’ entpreßt ihm einen Zornesschrei.
So schaut er ringsum, schaut zurück, da heitert plötzlich sich sein Blick und triumphierend ruft er aus: „Es ist kein Fenster in dem Haus!“
Und so voll Freud war Satanas, dass er den amen Wind vergaß, der hier aus vollen Backen bläst, bis ihn der Teufel einst erlöst.
Auch ist der schwarze Tritt noch da, von wo der Feind kein Fenster sah.“

Ob der Teufel nun aus Zorn oder vor Freude aufgestampft hat, darüber gibt es verschiedene Versionen, wie im übrigen auch weitere Varianten der Story bestehen. In einer soll der Baumeister seine Seele verwettet haben, in einer anderen verwandelt sich der Satan selbst in den Wind, um so die Mauern einstürzen. Geblieben ist bis heute jener rätselhafte in Stein gehauene Abdruck eines menschlichen Fußes, der an der Ferse auch noch den Abdruck eines Spornes hat. Jeden Tag bestaunen hunderte Touristen die dunkle Delle im Kirchenboden. Wenn man seinen Fuß in diesen Tritt hineinstellt und nach vorne schaut, sieht man tatsächlich keine Seitenfenster; und von 1622 bis 1860 sah man auch das Mittelfenster nicht, weil es verdeckt war durch den Renaissance-Hochaltar mit dem großartigen Maria-Himmelfahrts-Bild von Peter Candid. Historisch korrekt hätte der Teufel also wenigstens geradeaus ein Fenster erblicken können, aber um derartige kleinlich-pedantische Beckmesserei geht es nicht in einer Sage. Vielleicht wollte man nur einfach ausdrücken, dass in einem solch’ wunderbaren Bau das Böse machtlos draußen bleiben muss.

In welcher Münchner Kirche finden wir den bekannten Teufelstritt?

Die Sommerzeit ist auch in diesem Jahr Rätselzeit in der Münchner Kirchenzeitung (MK). Heuer stellen wir Ihnen Kirchen und Kapellen im Erzbistum vor, um die sich so manche gruselige Begebenheit rankt. In insgesamt sechs Rätsel-Folgen werden wir Ihnen Sagen und Legenden rund um Gotteshäuser erzählen. Wer miträtselt, kann wie immer schöne Preise gewinnen. Pro Folge verlosen wir unser neues Dual-DAB+-Radio mit Münchner Kirchenradio (MKR)-Knopf sowie je einen Büchergutschein im Wert von 50 Euro und von 25 Euro für unsere Buchhandlung Michaelsbund. Außerdem gibt es viele weitere schöne Preise zu gewinnen. Am Ende wird aus allen richtigen Einsendungen der Hauptgewinn gezogen. Für den Glücklichen und eine Begleitperson spendiert unser bewährter Rätsel-Partner, das Bayerische Pilgerbüro (bp), eine viertägige Flugreise nach Lourdes.

Bitte schicken Sie die richtige Lösung an folgende Adresse:
Münchner Kirchenzeitung
Sommerrätsel
80326 München
Oder per E-Mail: redaktion@muenchner-kirchenzeitung.de
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Einsendeschluss für die erste Folge ist Donnerstag, 25. Juli (Poststempel).

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de

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