Streit in der „schönsten Zeit des Jahres“ Tipps für einen harmonischen Urlaub

26.07.2018

Es sollte die schönste Zeit des Jahres sein: der wohlverdiente, lang ersehnte Urlaub. Doch ausgerechnet da gibt es oft Streit mit dem Partner. Laut einer Studie wird jede dritte Scheidung nach dem Urlaub eingereicht. mk online hat Tipps, wie der Urlaub harmonisch verläuft.

Ausgerechnet im Urlaub wird oft gestritten.
Ausgerechnet im Urlaub wird oft gestritten. © Maksim Toome - stock.adobe.com

München – Es geht schon bei der Planung los. Die Vorstellungen von einem perfekten Urlaub können nämlich bei den Partnern oft sehr unterschiedlich aussehen. Der eine will einfach nur entspannen, am Strand liegen und relaxen. Der andere möchte lieber Sightseeing, fremde Länder und Kulturen entdecken und möglichst viel erleben. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, sollte man sich am besten schon vorher zusammensetzen und in Ruhe besprechen, was sich jeder vom Urlaub erwartet, rät die Psychologin Isabelle Überall von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum München und Freising: „Vor allem wenn sich Partner noch nicht so lange kennen, ist es wichtig, abzuklären, was wünscht sich jeder, was braucht jeder, wie können die Bedürfnisse unter einen Hut gebracht werden.“ So können bereits durch die Wahl des passenden Urlaubsziels einige Streitpunkte minimiert werden.

Laune nicht verderben lassen

Doch auch trotz guter Vorbereitung können im Urlaub unvorhergesehene Dinge passieren, die häufig zu Konflikten führen. Wenn das Hotelzimmer nicht aussieht wie im Prospekt, der Strand schmutzig ist und der Pool ständig überfüllt, dann sinkt die Laune schon mal schnell in den Keller. Ein dünnes Nervenkostüm, weil man sowieso urlaubsreif ist, tut dann sein Übriges und schon bekommt man sich in die Haare. Da warnt Anjeli Goldrian, die ebenfalls Psychologin bei der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum München und Freising ist: „Fatal ist es, sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben – so nach dem Motto ´du wolltest ja unbedingt hierher, ich wollte eigentlich woanders hin`.“ Stattdessen lautet der Tipp der Expertin: „Lieber sagen: Wir sitzen in einem Boot, wir wollen beide das Gleiche, wir sind ein Team und jetzt lass uns schauen, wie wir das so hinbekommen können, dass es uns beiden gut tut und wir beide davon zehren.“ Auch es mit Humor zu nehmen, wenn mal was anders läuft als gedacht, sorge für Entspannung, sagt Isabelle Überall. „Paare, die miteinander lachen können, machen es sich oft leichter, wieder aus Stresssituationen rauszufinden.“ Und wichtig sei es auch, sich nicht darauf zu konzentrieren, was nicht passt, sondern das Beste aus der Situation zu machen. Mit der eigenen Einstellung lässt sich die Stimmung durchaus beeinflussen und statt sich über den dreckigen Strand aufzuregen, kann man ja vielleicht andere schöne Ecken in der Gegend erkunden.

Neuer Schwung für die Beziehung

Insgesamt bietet so ein Urlaub durchaus die Chance, neuen Schwung in die Beziehung zu bringen, meint Anjeli Goldrian. Es lohne sich mal über den eigenen Schatten zu springen und vielleicht eine Sportart auszuprobieren, die der Partner macht. Oder etwas zu lesen, das der andere liest, um sich dann darüber auszutauschen. „Weil dann ist das Neue, das man im Urlaub erlebt, auch eine Chance, etwas Neues miteinander zu erleben, neue Themen für die Beziehung zu haben“, so Goldrian.

Gefühl wieder aufleben lassen

Und das schweißt einen dann auch als Paar zusammen. Um dieses schöne Gefühl nach dem Urlaub wieder aufleben zu lassen, gibt es viele Möglichkeiten, so Isabelle Überall: „Man kann zum Beispiel ein Fotoalbum anlegen und es gemeinsam anschauen, ein bestimmtes Essen, das man im Urlaub gerne gegessen hat, zu Hause nachkochen und immer wieder über die Zeit sprechen.“ So kann man „eine Brücke bilden zu der wirklich schönen, intensiven Zeit miteinander“.

Keine fixen Erwartungen

Zusammenfassend rät Anjeli Goldrian für einen harmonischen und stressfreien Urlaub, immer sachlich miteinander zu sprechen, klar Wünsche zu formulieren und einzukalkulieren, dass nicht immer alles glatt läuft. „Denn je weniger wir Menschen an Erwartungen und an fixen Bildern, wie etwas zu sein hat, festhalten, umso größer ist die Chance, dass wir das Glück des Augenblicks wirklich wahrnehmen können.“ Und das gilt vor, während und nach dem Urlaub. (Lydia Jäger)

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