Kardinal Marx fordert Reform der Kurie „Transparenz, Aufsicht und Verantwortlichkeit“

12.09.2013

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich für eine grundsätzliche Reform der römischen Kurie ausgesprochen. "Eine Institution, die nicht mehr dient, sondern sich lediglich selber stark und fett macht, schadet am Ende allen", sagte der katholische Erzbischof von München und Freising der Wochenzeitung "Die Zeit".

Kardinal Reinhard Marx (Bild: imago)

München – Kardinal Reinhard Marx hat sich für mehr Transparenz, Aufsicht und Verantwortlichkeit in der römischen Kurie ausgesprochen. Er ist der einzige Deutsche, der von Papst Franziskus in eine achtköpfige Kommission aus Kardinälen zur Kurienreform berufen wurde. Die Kommission trifft sich zu ihrer Auftaktsitzung mit dem Papst in der ersten Oktoberwoche in Rom und reist anschließend mit ihm nach Assisi.

"Viele Probleme haben ihren Ausgangspunkt im ungenügenden Miteinander von Papst, Kurie und Ortsbischöfen", sagte der Kardinal. "Wir brauchen eine starke Zentrale, und deshalb - so habe ich in Rom gesagt - müssen wir das Ansehen des Heiligen Stuhles verbessern." Es dürfe nicht sein, dass "unsere Gläubigen mit dem Vatikan in erster Linie Negatives verbinden. Wir müssen wieder stolz sein können auf unsere römische Zentrale!"

Kritisch sieht Marx die so genannte Vatikanbank "IOR". "Ob der Vatikan überhaupt eine solche Bank benötigt, ist umstritten", so der Kardinal. "Mich empört jedenfalls, dass eine Einrichtung über Jahrzehnte derart den Ruf der Kirche in der Öffentlichkeit und bei den Gläubigen geschädigt hat."

Durch Papst Franziskus sieht Marx neuen Schwung für die Kirche. Es sei eine neue Atmosphäre entstanden; neue Möglichkeiten öffneten sich. "Das ist überhaupt keine Kritik am Vorgänger. Die Wirkung von Benedikts Pontifikat wird langfristig und nachhaltig sein." (ks/kna)

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren