Hörbuch des Monats Üble Schwingungen im Swinging London

03.02.2014

London 1968. Die Stadt swingt, die Röcke werden kürzer, die Musik lauter. Längst sind die Beatles keine braven Pilzköpfe mehr, sondern tragen lange Haare und Bärte. In den EMI Studios an der Abbey Road nehmen sie ihr letztes Album auf. Ein weiblicher Fan wird genau dort tot aufgefunden.

London in den 60ern swingt und steckt voll neuer Konflikte (Bild: GoyaLit)

Rund um die Abbey Road leben schon damals viele Migranten. Gegen diese Menschen sind die Vorurteile einiger Beamter ebenso groß wie gegen die flippigen Typen der Musikbranche. William Shaw schildert in seiner Kriminalgeschichte nicht nur nebenher ein wenig nostalgisches Zeitkolorit, sondern arbeitet heraus, wie Vieles von heute in dieser Zeit wurzelt.
Sein Detective Paddy Breen ist jemand, der akribisch der kleinsten Spur nachgeht und alles exakt analysiert. Bei seinen Kollegen ist er deswegen als verweichlichter Außenseiter abgestempelt. Da passt es ganz gut, ausgerechnet ihm die Jung-Polizistin Helen Tozer zur Seite zu stellen, denn mit Frauen im Polizeidienst tut man sich ebenfalls noch schwer. Breen lernt bald Helens unkonventionelle Ermittlungsansätze schätzen, als sie jedoch der Lösung näher kommen und der Fall eine unerwartete Wendung nimmt, bringt Helens tollkühner Alleingang sie in Lebensgefahr. Simon Jäger, der Hollywood-Stars wie Matt Damon und Heath Ledger aber auch dem Drachen Grisu seine Stimme leiht, schafft es blendend, die personen- und dialogreiche Story charaktervoll zu lesen.
William Shaw: Abbey Road Murder Song, gelesen von Simon Jäger, GoyaLit, 4Cds, 326 Min., 19,99 €

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