Pullover zu groß – Buch schon dreimal im Regal Umgang mit unliebsamen Geschenken

27.12.2016

Sind Sie glücklich und zufrieden mit allem, was unterm Christbaum lag? Wenn ja, Glück gehabt! Denn manchmal erfreuen Weihnachtsgeschenke nicht ganz so, wie es sich der Schenker vorgestellt hat.

Umgang mit unliebsamen Geschenken - ein heikles Thema © firstflight-fotolia.com

München- Eine generelle Regel zum Umgang mit unliebsamen Geschenken gibt es nicht, sagt Anjeli Goldrian. Wenn das Weihnachtsgeschenk ein richtiger Griff in die Tonne war und gar nicht gefällt, rät die Psychologin auf das Gegenüber zu achten und Fingerspitzengefühl zu zeigen. Allgemeine Richtlinien oder Ratschläge gibt sie nicht. Allerdings meint sie, es lohnt sich als erstes kurz zu überlegen, wie ist die Beziehung zum Schenker. Einer guten Freundin, mit der man auch sonst offene Gespräche führt, könne man durchaus freundlich sagen, dass sie nicht den eigenen Geschmack getroffen hat, oder man das Geschenk schon hat bzw. es nicht passt. Eine schöne Idee kann es hier sein anzubieten, dass man das Geschenk zusammen umtauscht. Eine gute Beziehung hielte so was aus und es stärke das gegenseitige Vertrauen. Ist das Verhältnis aber angespannt, hat man einen leicht kränkbaren Menschen vor sich, der einem alles schnell krumm nimmt, ist es diplomatischer, das Geschenk mit einem Augenzwinkern anzunehmen.

Oft steckt mehr dahinter

Manchmal sei es auch gut, so die Psychologin, bei unliebsamen Geschenken nachzufragen, was sich der Schenkende dabei gedacht hat. Dabei erfahre man etwas, was einen doch freue, auch wenn einen das Geschnk irritiere. So könne es beispielsweise sein, dass der Schenker einen als brillante Köchin wahrnehme und deshalb die Spezialpfanne oder den Pürierstab schenke. Erfahre man dies, könne man das dann eventuell als Kompliment werten und haben auch zum Geschenk sofort einen anderen Bezug. Oft sei es nämlich so, dass bei einem Geschenk die eigene Wertung und Wahrnehmung eine große Rolle spiele. So sei es beispielsweise bei selbstgebastelten Geschenken von Kindern: Diese könnten farblich grell, schief und krumm sein, würden aber trotzdem positiv wahrgenommen, weil man dem Kind eine gute Intention unterstellt. Mit einem "offenen Weihnachtsherz" sei es möglich, diese Intuition auch einem Erwachsenen zu unterstellen. Wer bis heute noch nicht gesagt hat, das ihm oder ihr das Geschenk nicht gefällt, der hat übrigens noch nichts versäumt. Es kann durchaus sinnvoll sein, so etwas noch nicht am Heiligen Abend, an dem die Erwartungen hoch sind, anzusprechen, sondern ein paar Tage später.

Selbst das Falsche geschenkt

Natürlich kann auch der umgekehrte Fall eintreten und mein Geschenk gefällt dem Beschenkten nicht. Hier ist es natürlich sinnvoll, Kassenbelege aufzuheben und dem Beschenkten die Situation zu erleichtern, in dem man von vornherein anbietet, das Geschenk umzutauschen. Schwieriger, so Goldrian, sei das jedoch beim selbstgemachten Geschenk, beispielsweise dem gestrickten Schal. Ist man hier feinfühlig und stellt fest, dass der pinke Schal vielleicht doch nichts für die Oma ist, kann es der Situation Peinlichkeit nehmen und weiterhelfen, wenn man offen damit umgeht. So kann auch hier sinnvoll sein einzugestehen, dass man beim Stricken nicht der Profi ist, aber sich bemüht hat. Oder man erklärt, warum man gerade dieses Geschenk gewählt hat, oder weshalb man die Farbe passend fand. Auch hier kann es helfen selbst anzubieten, dass man das Geschenk zurücknimmt, oder dass es auch kein Problem sei, wenn der Beschenkte es selbst weitergebe. Offenheit hilft hier und kann für Harmonie und entspanntes Lachen sorgen. Geschenke kann man nicht verändern, aber die Art und Weise wie man damit umgeht – und das nimmt Spannung raus. (Stefanie Schmid)


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