Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung Umtriebiges Gnadenbild

28.07.2019

Das Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung (MK) stellt heuer Kirchen und Kapellen im Erzbistum vor, um die sich so manche Legende rankt. In der dritten Folge suchen wir eine Kirche, deren Standort sich die Gottesmutter Maria selbst ausgewählt hat.

Die gesuchte Kirche ist Ziel einer Wallfahrt, deren 600-jähriges Bestehen heuer gefeiert wird. © ©lagom - stock.adobe.com

Keine edle Rose war es oder gar eine königliche Lilie, die bei der Jungfrau Maria Gefallen fand. Nein, es war ein Hollerbusch, ein gewöhnlicher Hollerbusch. Oder vielleicht doch nicht? Denn noch immer steht ein solcher Strauch an der Nordseite der Kirche im Erdinger Land, die wir diesmal in unserem Sommerrätsel suchen. Und mit ihm hat es gar Wundersames auf sich.

Nicht nur, dass der Busch unter anderen Exemplaren seiner Art hervorsticht: Er trägt keine sichtbaren Blüten und nur grüne Früchte. Einst war er auch Schauplatz eines besonderen Geschehens. Ein Bild der Gottesmutter stand unter dieser Staude, erzählt man sich. Von nah und fern kamen die Gläubigen, um der Jungfrau dort zu huldigen. Bald waren es so viele, dass der Wunsch aufkam, für das Gnadenbild auf einem nahegelegenen Hügel eine Kapelle zu bauen. Gesagt, getan, und schon bald konnten die frommen Bewohner der Gegend das Marienbild in feierlicher Prozession zur neuen Kapelle geleiten. Doch ungläubig rieben sie sich am nächsten Tag die Augen – denn das Gnadenbild war über Nacht wieder an seinen angestammten Platz zurückgekehrt.

Beim Hollerbusch erinnert eine Marienstatue an den ursprünglichen Standort des Gnadenbilds. © EOM/HA Kunst/privat

Wie von Zauberhand

Wessen Werk war dies? Wer hatte es gewagt, das Bildnis wieder zurückzubringen? Kein Schuldiger konnte gefunden werden. Also ließen sich die Bewohner des Tals nicht beirren und brachten das Abbild der Gottesmutter abermals in die Kapelle. Aber schon am nächsten Morgen war es, wie von Zauberhand, wieder unter dem Holunderstrauch. Als sich dies seltsame Schauspiel ein drittes Mal wiederholte, stand für die Gläubigen fest: Das ist der Ort, den die große Fürsprecherin erwählt hat. Hier lädt sie die Menschen ein, ihr zu begegnen. Und so errichteten die Bürger direkt neben dem Busch eine Kirche.

Die Kunde von dem Wunder verbreitete sich schnell und so wurde das Gotteshaus mit dem Gnadenbild zu einem beliebten Wallfahrtsziel. Die Kirche musste vergrößert werden, bis sie ihre jetzige Gestalt erhielt mit der prächtigen Rokoko-Ausstattung, unter anderem von Christian Jorhan dem Älteren. Vom Hochaltar aus blickt noch immer die Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Arm liebevoll auf die Gläubigen. Denn dort befindet sich jetzt das spätgotische Gnadenbild, gesäumt von verspielten Engeln.

Wundertätiger Brunnen

Wunder soll auch der Brunnen bewirkt haben, der neben der Kirche errichtet wurde. Viele Pilger berichteten von der Heilkraft seines Wassers und so wuchs die Beliebtheit der Wallfahrt an. Noch heute pilgern viele tausend Menschen jedes Jahr in den Mirakel-Ort, den man auch in einer reizvollen meditativen Wanderung, dem „Marienweg“, erkunden kann.

Heute prangt das Gnadenbild im Hochaltar der gesuchten Kirche. © EOM/HA Kunst/Bunz

Erstmals erwähnt wurde die Wallfahrt in einer Urkunde von 1419, vor genau 600 Jahren. Das feiern die Gläubigen der Pfarrei heuer. Am Sonntag, 28. Juli, findet eine Jubiläumswallfahrt statt. Treffpunkt ist um 8.15 Uhr am Sportgelände im rund fünf Kilometer entfernten Fraunberg. Um 10 Uhr wird in der von uns gesuchten Kirche der Wallfahrergottesdienst gefeiert. Am Mittwoch, 14. August, beginnt um 19 Uhr eine Marienandacht mit Lichterprozession. Zu Gast ist die Bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). Sie enthüllt auf dem Dorfplatz eine Erinnerungstafel an das Jubiläum und hält im Anschluss einen Vortrag zum Thema „‚Religiöse Kultur in Bayern“. Am Donnerstag, 15. August, wird um 10 Uhr der Gottesdienst zum Patrozinium der Kirche gefeiert.

Im Herbst gibt es an den örtlichen Schulen einen Malwettbewerb: Die Kinder können ihr Bild von der Muttergottes im Hollerbusch malen, bei dem heute eine weiße Marienstatue von 1870 an das Gnadenbild erinnert. Seine Geschichte ist bis heute lebendig.

Nach welchem Ort ist die gesuchte Kirche im Volksmund benannt?






Die Sommerzeit ist auch in diesem Jahr Rätselzeit in der Münchner Kirchenzeitung (MK). Heuer stellen wir Ihnen Kirchen und Kapellen im Erzbistum vor, um die sich so manche gruselige Begebenheit rankt. In insgesamt sechs Rätsel-Folgen werden wir Ihnen Sagen und Legenden rund um Gotteshäuser erzählen. Wer miträtselt, kann wie immer schöne Preise gewinnen. Pro Folge verlosen wir unser neues Dual-DAB+-Radio mit Münchner Kirchenradio (MKR)-Knopf sowie je einen Büchergutschein im Wert von 50 Euro und von 25 Euro für unsere Buchhandlung Michaelsbund. Außerdem gibt es viele weitere schöne Preise zu gewinnen. Am Ende wird aus allen richtigen Einsendungen der Hauptgewinn gezogen. Für den Glücklichen und eine Begleitperson spendiert unser bewährter Rätsel-Partner, das Bayerische Pilgerbüro (bp), eine viertägige Flugreise nach Lourdes.

Bitte schicken Sie die richtige Lösung an folgende Adresse:
Münchner Kirchenzeitung
Sommerrätsel
80326 München
Oder per E-Mail: redaktion@muenchner-kirchenzeitung.de
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Einsendeschluss für die erste Folge ist Donnerstag, 8. August (Poststempel).

Die Autorin
Karin Basso-Ricci
Münchner Kirchenzeitung
k.basso-ricci@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Thema Sommerrätsel

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