Papstbesuch vor zehn Jahren Ungezählte Konferenzen

08.09.2016

Ein bayerischer Papst kommt nach Hause: Mit großer Freude ist der Besuch von Benedikt XVI. in seiner alten Heimat erwartet worden. Seit diesem Großereignis sind nun zehn Jahre vergangen. Warum er damals so manch schlaflose Nacht hatte, kommentiert Monsignore Engelbert Dirnberger, der stark in die Organisation des Papstbesuchs eingebunden war.

Monsignore Engelbert Dirnberger war 2006 als Münchner Regionalpfarrer stark in die Organisation des Papstbesuchs am Marienplatz eingebunden. Heute leitet er den PV Obergiesing. © privat

Wenn ich mir die Bilder von damals auf dem Marienplatz anschaue, dann kommt mir manches vor, als wäre es gestern gewesen: etwa der prachtvolle Blumenschmuck an der Mariensäule und auf dem großen Podest mitten auf dem Platz, den die Stadtgärtnerei gefertigt hatte, oder der einzelne Bischof, der sich nach der Veranstaltung im Bad der Menge verratscht hatte und der sehr dankbar dafür war, dass ich ihm den Weg zurück zum Dom zeigen konnte, wo seine Kollegen bereits auf ihn warteten. Manches kommt mir auch unwirklich vor. Beispielsweise jene Szene, als ich oben auf dem Regieturm stehe, in Talar und Chorrock und mit einem Headset auf dem Kopf, das den ständigen Kontakt zur Einsatzleitung der Polizei sicherstellte, oder das Interview mit Stefan Scheider, der die Nachrichtensendung Rundschau des Bayerischen Fernsehens am Vorabend des Papstbesuches von einem Gerüstpodest auf dem Marienplatz aus moderiert hatte.

Ungezählt sind die Stunden der Vorbereitung, der Telefonate und Konferenzen. Protokollabteilungen von Stadt, Land und Bund diskutierten bis zuletzt über Reihenfolgen und Sitzordnungen. Immer wieder tauchten neue Herausforderungen auf und je näher der Termin rückte, um so kürzer und auch schlafloser wurden die Nächte. Keiner von uns Kirchenleuten, die für die Organisation verantwortlich waren, hatte je so eine Großveranstaltung geplant. Gefühle von Ohnmacht und Überforderung waren regelmäßige Begleiter. Ein Lichtblick war stets der Führungsstab der Polizei, hier war Manpower und Erfahrung spürbar, und das hat gut getan.

Was vor allem bleibt, ist zum einen das Glücksgefühl, als Papst Benedikt schließlich die Stufen des Podestes auf dem Marienplatz hinaufschritt und so vieles geschafft war. Und zum anderen die vielen Kontakte, die im Rahmen dieses Großprojekts inner- und außerkirchlich entstanden sind und die, getragen von der Freude über das gemeinsam Erreichte, teilweise bis heute bestehen.


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