Foto-Workshop „Spiritualität durch die Linse“ Unsichtbares sichtbar machen

08.11.2016

„Spiritualität durch die Linse“ lautet der Titel eines Foto-Workshops. Leiterin Claudia Henzler lässt Unsichtbares sichtbar machen. Wie lesen Sie hier.

Claudia Henzler (MItte) mit Workshop-Teilnehmern © SMB/SSchmid

München – „Ruhe“ – „Zwischenstopp“ – „eine Last ablegen“ – „Pause“ – „Gottesnähe“: Nacheinander werden diese Worte laut in den Raum gesprochen. Es sind Assoziationen, ausgelöst durch das auf einem Großbildschirm gezeigte Foto. Darauf ist ein Mann zu sehen, der auf einer Kirchenbank in der hintersten Reihe Platz genommen hat. Seine rechte Hand liegt auf einem blauen Rollkoffer, den er neben sich abgestellt hat.

Diese Bildbesprechung ist Teil eines ganz besonderen Foto-Workshops, den der Sankt Michaelsbund im Rahmen des Monats der Spiritualität anbietet – für interessierte Mitarbeiter und für Vertreter der drei Pfarreien, die den diesjährigen Pfarrbriefwettbewerb gewonnen haben. „Spiritualität durch die Linse“ lautet der Titel.

„Die Technik ist noch lang nicht alles, um zu einem guten Foto zu kommen“, erklärt Workshop-Leiterin Claudia Henzler. Die Fotografin aus Salzburg geht sogar noch einen Schritt weiter: „Selbst technisch schlechte Fotos können zu Tränen rühren.“

„Die Bilder kommen zu uns“

Dennoch gibt sie den Teilnehmern einige Tipps, wie ihnen gute Fotos gelingen: Zum Beispiel vermittelt sie in Anlehnung an den österreichischen Benediktiner David Steindl-Rast den Dreischritt „stop – look – click“. Er besagt, zunächst anzuhalten („stop“) und zu schauen („look“), „was ist der Bildausschnitt, den ich haben will“, bevor man den Auslöser betätigt („click“). Dieses Vorgehen könne Geduld erfordern, unter Umständen aber auch in Bruchteilen von Sekunden erfolgen, erläutert Henzler. Zugleich betont die Fotografin: „Was ich euch heute erzähle, ist etwas, was ihr in den Alltag mitnehmen könnt, ohne die Kamera überhaupt anzuschalten.“

Beim Thema „Spiritualität durch die Linse“ geht es für die 44-Jährige darum, „das, was scheinbar unsichtbar ist, durch das Fotografieren sichtbar zu machen“. So verschieden die Vorstellungen von Spiritualität unter den Teilnehmern sind – vom Blick ins Innere bis zur bewussten Wahrnehmung der eigenen Umgebung –, so unterschiedlich sind auch die Themen, die sie an diesem Samstag wählen: Spiritualität in Gesichtern etwa, Leben in Fülle oder Kirchenräume.

Auf einem Bild sitzt eine Teilnehmerin im Schneidersitz unter dem Kreuz im Kursraum. „Ich wollte Spiritualität zeigen, ohne dass man etwas dazu braucht, dass man einfach in sich selbst ruhen kann“, erläutert Kristina Wieland, die das Foto aufgenommen hat. Ein anderer Teilnehmer schlussfolgert: „Die Bilder kommen zu uns. Es reicht oft, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.“ (Karin Hammermaier)

Mehr über den Foto-Workshop „Spiritualität durch die Linse“ von Claudia Henzler erfahren Sie hier.


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