Hilfe für Familien Unterstützung für junge Eltern

24.01.2019

Für Familien beginnt mit der Geburt des Kindes ein neuer Lebensabschnitt. Bei aller Freude bedeutet das natürlich auch neue Herausforderungen. Die katholische Familienbildungsstätte Haus der Familie in München steht jungen Eltern dabei zur Seite.

München – Im Haus der Familie in München wird niederländisch gesprochen. Zumindest ein bisschen. Denn ein Projekt für junge Familien, das in der katholischen Familienbildungsstätte angeboten wird, heißt „Opstapje“. Übersetzt: „Schritt für Schritt“. Es handelt sich dabei um ein innovatives Spiel- und Lernprogramm für Kinder ab 18 Monaten und deren Eltern. Es soll die motorischen und kognitiven Fähigkeiten des Kindes stärken, aber auch die Beziehung zwischen Kind und Eltern vertiefen. Ursprünglich stammt das Konzept aus den Niederlanden. Nicht nur das Haus der Familie bietet es an, sondern viele verschiedene Familien- und Jugendeinrichtungen in ganz Deutschland.

Spezielle Spielsachen

Opstapje ist ein Hausbesuchsprogramm: Im Haus der Familie arbeiten zwei Frauen, die insgesamt 30 Familien betreuen. Eine von ihnen ist Maria Hanna. Sie geht einmal in die Woche zu jungen Eltern und ihren Kindern, für etwa 30 bis 45 Minuten. Sie hat von Sozialpädagogen entwickelte Spielsachen dabei: Puzzles, Stofftiere, Steckkästen, Alltagsgegenstände aus dem Haushalt. Unter Maria Hannas professioneller Anleitung spielen die Kinder mit den Sachen, die Eltern bezieht sie dabei aktiv ein. Ziel ist es, dass sie die Spiele regelmäßig mit ihrem Kind wiederholen, auch wenn die Betreuerin nicht im Haus ist. "In den meisten Fällen machen die Eltern ganz toll mit und dann kann ich mich irgendwann langsam zurückziehen."

18 Monate bleibt Maria Hanna in der Regel in einer Familie. Sie ist selbst Mutter und hat die Unterstützung von Opstapje bekommen. Als ihre Vorgängerin in Rente ging, hat sie den Job übernommen. "Ich habe scheinbar einen guten Eindruck hinterlassen", sagt sie und lacht. Die Hausbesucherinnen werden im Haus der Familie regelmäßig geschult. Alle zwei Wochen gibt es zudem ein Gruppentreffen, wo die Gemeinschaft der Opstapje-Familien gestärkt wird und sie über verschiedene Themen sprechen können.

Familien mit Migrationshintergrund

Martina Ferner koordiniert das Projekt im Haus der Familie. Sie erklärt, dass das Programm für sozial benachteiligte Familien gedacht ist. „Wir haben viele Familien mit Migrationshintergrund in dem Programm, weil die eben oft einen schlechteren Zugang haben zu Bildung“. Die Grundidee von Opstapje ist, dass man möglichst frühzeitig in Familien geht, um die Situation sofort verbessern zu können. Über die Eltern vermittelt man das Wissen an die Kinder weiter. Außerdem soll Opstapje auch die Integration der Familien in den eigenen Stadtteil verbessern.

Ein weiteres Projekt, das Familien nach der Geburt ihres Kindes unterstützt, ist „Wellcome“. Dabei besuchen ehrenamtliche Frauen die Eltern zu Hause und helfen ihnen im Alltag. Sie passen also auf das Kind auf, damit Vater und Mutter mal Zeit für sich haben: in Ruhe duschen, die Wäsche machen, einen Spaziergang. Gerade für Alleinerziehende ist das eine große Entlastung. Wellcome ist ein Projekt, das in Hamburg entwickelt wurde und an über 230 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten wird.

Ehrenamtliche Engel

Im Haus der Familie in München gibt es Wellcome seit 10 Jahren. Im vergangenen November fand deswegen eine Feierstunde statt. Die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) war zu Gast und lobte die Wellcome-Engel: "Ehrenamtliches Engagement ist immer ein Geschenk von Menschen für Menschen, das gar nicht hoch genug geschätzt werden kann." Eine der Ehrenamtlichen, die in München als Wellcome-Engel unterwegs sind, ist Ute Heinzelmann. Neben der praktischen Unterstützung legt sie auch Wert auf die mentale Hilfe. "Die Eltern freuen sich einfach, wenn jemand kommt und ihnen auch Mut macht, dass sie ihre Aufgabe richtig bewältigen."

Mehr über die beiden Projekte Wellcome und Opstapje erfahren Sie in der Sendung Total Sozial. Hier geht´s zum Podcast.

Der Autor
Lukas Schöne
Radio-Redaktion
l.schoene@st-michaelsbund.de


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