Adventruf Unverzichtbare Helfer

28.11.2020

Mehr als 2.000 Menschen haben sich im Bundesfreiwilligendienst der Caritas München und Freising bisher engagiert. Die Freiwilligen sind unverzichtbar und viel mehr als nur Arbeitskräfte.

Im Einsatz für die Caritas in Dachau sind Jana Heim, Josefine Walter und Johanna Uhrich
Im Einsatz für die Caritas (von links): Jana Heim, Josefine Walter und Johanna Uhrich absolvieren ihren Bundesfreiwilligendienst in Dachau. © Caritas München

Dachau – "Es ist einfach toll, Menschen zu helfen“, schwärmt Jana Heim von ihrer neuen Aufgabe im Treffpunkt 50+. Die 19-Jährige aus Markt Indersdorf absolviert elf Monate im Bundesfreiwilligendienst (BFD, umgangssprachlich „Bufdi“) bei der Caritas Dachau und engagiert sich bewusst für die ältere Generation. Sie organisiert Wanderungen oder Radtouren, hilft im Erzählcafé oder bei Sport- und Sprachkursen. Der Treffpunkt 50+ ist eine Anlaufstelle für Menschen ab der Lebensmitte aus dem Landkreis Dachau, die allein sind, die Gesellschaft suchen, die ihre Erfahrungen und Interessen kreativ mit anderen teilen möchten. „Ich finde es schön, mich für ältere Menschen zu engagieren, ihre Geschichten zu hören und sie ein wenig aus ihrer Einsamkeit zu holen“, erzählt Jana Heim.

Neue Impulse und Fähigkeiten

„Wir stemmen den Treffpunkt 50+ mit gerade mal einer halben Stelle“, berichtet Heidi Schaitl, Kreisgeschäftsführerin der Caritas in Dachau. „Deshalb sind wir sehr dankbar, dass wir mit Jana solch eine große Hilfe haben.“ Für die Kreisgeschäftsführerin steht fest: „Die Bufdis sind unverzichtbar.“ Sie brächten neben Impulsen auch neue Kompetenzen mit, wie digitale Fähigkeiten, die äußerst hilfreich seien. Und für die jungen Menschen seien die Freiwilligendienste eine wertvolle Zeit der beruflichen und persönlichen Orientierung.

„Ich wollte nach dem Abi nicht direkt an die Uni, sondern mich gesellschaftlich engagieren“, berichtet Johanna Uhrich aus Emmering. Über die evangelische Jugend kennt die 18-Jährige die Kinder- und Jugendarbeit. Sie wollte einen anderen Bereich ausprobieren und fing bei Probe an, einer Tagesstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Hilfe zur Selbsthilfe steht hier im Vordergrund, tagesstrukturierende Angebote, um die Klienten psychisch zu stabilisieren und sozial einzubinden. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, später einmal in diesem Bereich zu arbeiten“, resümiert Johanna Uhrich schon nach wenigen Wochen.

Lebens- und Studienorientierung

„Die Caritas hat mich wegen der christlichen Werte angesprochen“, sagt Josefine Walter aus Dachau. Sie hat am ersten Oktober als Bufdi in der Asyl- und Migrationsberatung der Caritas Dachau angefangen. Ihre Beweggründe sind vielfältig: „Lebens- und Studienorientierung. Ich möchte erleben, wie ich an neuen Aufgaben wachse, und gleichzeitig etwas von dem Glück, das ich erfahren durfte, zurückgeben.“ Die Abiturientin kümmert sich um geflüchtete Menschen und hilft ihnen bei Bewerbungen. Sie ist die zweitausendste Freiwillige im BFD beim Caritasverband der Erzdiözese München und Freising, wie Caritasdirektor Georg Falterbaum jüngst nicht ohne Stolz bei einer Pressekonferenz bekanntgab. „2.000 Bufdis in zehn Jahren sind eine stattliche Zahl.“ Der Verbandschef ist voll des Lobes für die engagierten Menschen im Bundesfreiwilligendienst: „Sie bringen viel Motivation und frischen Wind in die Einrichtungen.“

"Herzensanliegen"

Deswegen sind für Direktor Falterbaum die Freiwilligendienste auch ein „Herzensanliegen“. Ein weiterer Aspekt ist die Mitarbeitergewinnung: Caritas-Luft zu schnuppern und mit Menschen zu arbeiten, habe schon manchen überzeugt, dauerhaft bei dem Sozialverband zu bleiben. Fast drei Viertel der Freiwilligen können sich vorstellen, weiterhin in der Einrichtung zu arbeiten, in der sie eingesetzt waren. Knapp die Hälfte beginnt nach dem BFD eine Ausbildung im sozialen Bereich – als Heilerziehungspfleger, in der Altenpflege oder in einer Kindertageseinrichtung. Und jeder Fünfte schreibt sich für ein Studium der Sozialen Arbeit ein.

Adventrufe

In der Vorfreude auf Weihnachten und in besinnlichen Stunden wird uns besonders deutlich, dass Krankheit, Armut und Schicksalsschläge vor der „staaden Zeit“ nicht Halt machen. Wir möchten Ihnen deshalb auch heuer wieder Menschen vorstellen, mit denen es das Leben nicht immer gut gemeint hat. Dazu geben wir Einblicke in Einrichtungen, die sich dieser Menschen annehmen. Um Familien, Frauen, Männern und Kindern in großen Notlagen gezielt helfen zu können, bitten Caritas und Münchner Kirchenzeitung (MK) auch dieses Jahr in der Adventszeit wieder gemeinsam um Spenden für die Aktion „Adventrufe“.

Zum Gelingen der Freiwilligendienste tragen entscheidend die Anleiterinnen und Anleiter bei, die sich intensiv um die engagierten Hilfskräfte kümmern. „Schutz und Fürsorge“ nennt das Irmgard Wirthmüller, die als Fachdienstleiterin in der Migrationsberatung die jungen Menschen begleitet. „Wir legen Wert darauf, dass die Freiwilligen nicht überfordert werden“, betont sie, „vor allem in herausfordernden Arbeitsfeldern.“ Ein Bufdi sei nie allein.

Bufdis werden professionell begleitet

688 Euro mit allen Zulagen erhalten die Bufdis im Monat, nicht gerade viel in einem teuren Ballungsraum wie dem rund um München. Ein wesentlicher Benefit ist aber die professionelle Begleitung durch die Caritas. „Es gibt von uns vier Bildungsseminare“, erläutert Daniel Pojda, der als Bildungsreferent für die derzeit 138 Bufdis der Caritas zuständig ist. „Da geht es ums Kennenlernen, um Rechte und Pflichten, das Erlernen von professioneller Nähe und Distanz, Teamarbeit, Reflexion und vieles mehr.“

Kreisgeschäftsführerin Heidi Schaitl rechnet vor, dass bislang 64 Bufdis allein in den Dachauer Einrichtungen gearbeitet haben. Etliche Dienste könnten sonst nicht in dem angebotenen Umfang geleistet werden. „Die Bufdis spenden uns ihre Zeit“, freut sich Heidi Schaitl. „Das ist ein großes Geschenk.“ Aber auch Geldspenden helfen, um bedürftige Menschen in den Caritas-Einrichtungen und Diensten gerade in der Weihnachtszeit zu unterstützen. (Bettina Bäumlisberger, Pressesprecherin des Caritasverbands der Erzdiözese)

Wenn Sie helfen möchten, können Sie unter dem Stichwort „Adventruf 2020“ auf folgendes Konto des Caritasverbandes der Erzdiözese bei der Liga-Bank München spenden: IBAN: DE 53 7509 0300 0002 2977 79 BIC: GENODEF1M05

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Advent & Weihnachten

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