Kompetenzzentren Demokratie und Menschenwürde Ureigenster Auftrag

18.05.2018

Ein klares Zeichen gegen Populismus setzen und für gesellschaftliche Teilhabe begeistern: das möchten die zwei neuen Kompetenzzentren "Demokratie und Menschenwürde", die im Auftrag der bayerischen Bischöfe in Freising und Nürnberg eingerichtet wurden. Was die Zentren bewerkstelligen wollen, lesen Sie hier.

Claudia Pfrang, Direktorin der Stiftung Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising, und Siegfried Grillmeyer, Direktor der Nürnberger Akademie Caritas-Pirckheimer- Haus, stellten die neuen Kompetenzzentren vor.
Claudia Pfrang, Direktorin der Stiftung Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising, und Siegfried Grillmeyer, Direktor der Nürnberger Akademie Caritas-Pirckheimer- Haus, stellten die neuen Kompetenzzentren vor. © Stiftug Bildungszentrum

München/Nürnberg – „Christen müssen immer da aufstehen, wo die Menschenwürde in Gefahr ist – das ist unser ureigenster Auftrag“, formuliert Claudia Pfrang, Direktorin der Stiftung Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising, das Anliegen des neuen „Kompetenzzentrums Demokratie und Menschenwürde“ der Stiftung im Kardinal-Döpfner-Haus Freising. „Mit großer Sorge nehmen wir in unserem Land zunehmend Tendenzen wahr, die die Demokratie gefähren, wie etwa Rechtspopulismus und -extremismus sowie Antisemitismus“, erläutert sie im Münchner Kirchenradio. Die Kirche müsse sich deshalb dafür einsetzen, gesellschaftliche Vielfalt, Partizipation und Demokratie zu stärken.

Kathrin Steger-Bordon, Referentin für gesellschaftspolitische Bildung bei der Stiftung Bildungszentrum, fasst die Schwerpunkte des Zentrums mit den Begriffen „veranstalten, vermitteln, vernetzen“ zusammen. Die Stiftung engagiere sich zwar schon seit Jahren in der politischen Bildung, etwa mit ihren Argumentationstrainings gegen „Stammtischparolen“, nun werde das Angebot aber verstärkt. „Für Herbst 2018 planen wir zum Beispiel ein Projekt zur Förderung digitaler Zivilcourage, beispielsweise im Umgang mit Falschaussagen in Sozialen Medien.“

Für gesellschaftliche Teilhabe begeistern

Zudem wolle das Zentrum mit Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen für das Thema sensibilisieren, „und wir werden uns mit kirchlichen Institutionen vernetzen“, erläutert Steger-Bordon. So könne auch ein Beratungsnetzwerk geschaffen werden. Dabei richtet sich das Zentrum laut Steger-Bordon sowohl an Multiplikatoren wie Lehrer oder kirchliche Haupt- und Ehrenamtliche, aber auch an Interessierte jeden Alters. „Und bei uns bekommt jeder Unterstützung, der selbst eine Veranstaltung zum Thema plant.“

„Auch wenn viele sie als selbstverständlich betrachten, ist Demokratie nach nunmehr 60 Jahren kein Selbstläufer mehr in Deutschland, wir müssen wieder verstärkt in sie investieren“, betont Steger-Bordon im Münchner Kirchenradio. „Gerade auch junge Menschen wollen wir wieder für gesellschaftliche Teilhabe begeistern und ihnen Vertrauen in die Demokratie sowie neue Formen der Beteiligung vermittteln“, ergänzt Pfrang.

Analog zum Freisinger Zentrum wurde in der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg ein weiteres eingerichtet. Die bayerischen Bischöfe hatten dies bei ihrer Frühjahrskonferenz beschlossen und fördern das Projekt für zunächst zwei Jahre mit jährlich 100.000 Euro. „Die Initiative dazu kam aus dem ‚Bündnis für Toleranz‘, in dem sich bayernweit viele Institutionen – auch kirchliche – schon seit Jahren zusammengeschlossen haben“, berichtet Pfrang. Kürzlich stellte sie mit Siegfried Grillmeyer, Direktor der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus, die Arbeit der Zentren in Nürnberg vor (siehe Foto). Die beiden Einrichtungen werden gemeinsam ein Konzept für ihre Arbeit erstellen und dann jeweils für Nord- und Südbayern auf dieser Basis agieren. Weitere Themen werden dabei auch Erinnerungsarbeit, Menschenrechte und interkulturelles Lernen sein. (kbr/luf/pm)

Audio

Neue Kompetenzzentren

Ein Beitrag des Münchner Kirchenradios

Datei herunterladen


Das könnte Sie auch interessieren

Juden in Bayern soll sich in Zukunft an eine Kontaktstelle wenden können.
© imago

Kampf gegen Antisemitismus Bayern plant Kontaktstelle für Juden

Der neue bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle will eine „Kultur des Hinschauens“ schaffen.

29.05.2018

Im Kardinal-Döpfner-Haus soll ein Zentrum für Demokratiearbeit entstehen.
© SMB

Freisinger Bischofskonferenz Mit dem Evangelium gegen Populismus

Die bayerischen Bischöfe wollen Hetze und Rassismus mit christlichen Werten und politischen Engagement begegnen. Das sagte Kardinal Reinhard Marx auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Augsburg.

15.03.2018

Einfach leben Wie funktioniert das mit der Toleranz?

Martin Becher ist der Geschäftsführer des Bayerischen Bündnisses für Toleranz . Er erzählt wie sich das Bündnis mit Aktionen schon seit vielen Jahren in ganz Bayern für Menschenwürde einsetzt. Es geht...

16.05.2017

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren