Insolvenz von Weltbild Verdi fordert Sicherung der Arbeitsplätze

11.01.2014

Verdisekretär Thomas Gürlebeck hat den Weltbild-Eigentümern vorgeworfen, sich aus „der Verantwortung stehlen zu wollen“. Der Augsburger Gewerkschafter forderte eine enge Beteiligung der Arbeitnehmervertreter, um die Interessen der Beschäftigten so gut wie möglich vertreten zu können. Nach seinen Angaben sind etwa 2000 der insgesamt 6800 Arbeitsplätze des Konzerns gefährdet.

Augsburg – Die Gewerkschaft Verdi hat die Gesellschafter des Weltbild-Verlags dazu aufgefordert, die Arbeitsplätze des Unternehmens zu sichern. „Unserer Ansicht nach ist Weltbild weiterhin zukunftsfähig“, sagte Verdi-Sekretär Thomas Gürlebeck den Münchner Kirchennachrichten. Jahrelang habe die Kirche an Weltbild gut verdient. Sie könne nun dem Unternehmen nicht einfach den Rücken kehren. Die Einkommen der Beschäftigten seien für die nächsten drei Monate durch das Insolvenzgeld abgesichert. Für die Gewerkschaft gelte jetzt aber, „die Ärmeln hochkrempeln und kämpfen, mehr als wir das in den vergangenen zwei Jahren getan haben“. Der Verdi-Sekretär kritisierte zudem die Informationspolitik der Geschäftsleitung. Sie sei „mehr als dürftig“ gewesen. Die Belegschaft sei fast den ganzen Freitag im Dunkeln über die bevorstehende Insolvenz gelassen worden. Auch als die Medien längst darüber berichtet hätten: „Das hat die Belegschaft nicht verdient“,sagte Gürlebeck.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens Prälat Peter Beer hatte die Insolvenz zuvor als „schmerzlichen Schritt“ bezeichnet. Allerdings hätten sich die Gesellschafter nicht in der Lage gesehen, 130 Millionen Euro für die Sanierung des Unternehmens aufzubringen, zu denen noch ein weiterer dreistelliger Betrag für die Entschuldung hinzu gekommen wäre. Beer betonte gleichzeitig die Verantwortung für die Beschäftigten: „Die erste Sorge muss natürlich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelten.“

Auch die Politik hat auf die Insolvenzmeldung reagiert: Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer will sich am Samstag mit dem Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl treffen, um über die Zukunft von Weltbild zu beraten. (alb/lb)




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