Verlockende Düfte

17.05.2017

Mit wohlriechenden Gewürzen Apotheker-Naschwerk herstellen, oder in frisch gebackenes Brot beißen: Die Ausstellung "Klausur" in Kloster Beuerberg spricht mit ihrem Mitmach-Programm alle Sinne an.

Anschaulich erklärt Apothekerin Sibylle Reinicke Wissenswertes zum Thema Medizin. © SMB/Dittmar

Beuerberg – Da musst du unbedingt mal hin!“ „Die Ausstellung lohnt sich wirklich!“ „Und essen kann man da so gut – auch im Garten.“ Seit Beginn der Sonderausstellung „Klausur – Sehnsuchtsort Kloster“ hörte ich immer wieder, wie beeindruckt Bekannte und Kollegen nach einem Besuch in Beuerberg waren. Doch bislang hatte ich keine Gelegenheit für einen Ausflug dorthin gefunden, konnte mir auch nur schwer vorstellen, was es dort zu erleben gäbe. Bis ich das aktuelle Programm zur Neuauflage der Ausstellung sah: Themenführungen, kreative und informative Workshops, gute regionale Küche. Da sprach vieles für Hinfahren und Ausprobieren.

Ich entschied mich für den Kurs „Morsellen selbst herstellen – keine bitteren Pillen“. Natürlich wusste ich nicht, was Morsellen sind – nämlich kleines, magenstärkendes Zuckerwerk, das im Klosteralltag als Träger für bittere Medizin diente. Jede Wissenslücke wusste die Apothekerin Sibylle Reinicke zu schließen. Sie war maßgeblich daran beteiligt, die alte Klosterapotheke für die Ausstellung wieder so einzurichten, wie sie einmal war, und leitet heute Kurse rund um Arzneien und Kräuter. Mit einer Einführung in die Historie der Apotheke in Beuerberg begann auch unser Kurs. Spannend aber wurde es schließlich in der „Morsellen-Werkstatt“, in der wir das Naschwerk selbst zubereiten sollten.

Auf den Klostergängen roch es bereits nach Frischgebackenem. Kein Wunder, denn Bäckermeister Michael Matschuk lädt hier immer wieder sonntags zum Backen ein. Dieses Angebot und der Duft seiner Kleinbrote und traditionellen Feiertagsgebäcke ist so verlockend, dass er nicht nur Gäste von außerhalb, sondern auch die Kinder aus dem Ort zum Mitbacken verführt.

Nelken, Kardamom und Ingwer

Verführerisch duftete es auch bei Sibylle Reinicke. Die hatte neben ihrem Rezept für die Morsellen auch alle notwendigen Zutaten mitgebracht: Nelken, Kardamom, Mandeln, Zitronat, Ingwer. „Da viel Gewürz auf einmal aber nach nichts schmeckt, muss noch ordentlich Zucker drum herum. Der hält am Ende auch alles zusammen“, sagte die Apothekerin. Der Zucker wurde mit Wasser erhitzt und aufgelöst, anschließend mit den schmackhaften Zutaten vorsichtig verrührt und in Form gegossen. Fast wie im Advent roch es in der kleinen Werkstatt – und schmeckte auch so.

Wer nach dem Kurs richtig Appetit bekommen hatte, kehrte noch in der Klosterküche im ehemaligen Refektorium ein, das extra für die Ausstellung wieder in Betrieb genommen wurde. Hier gibt es saisonale Köstlichkeiten aus der Region und aus dem Kräuter- und Gemüsegarten des Klosters. Über dessen Geschichte wissen wiederum die Wirtinnen Bescheid und beantworten gern auch mal direkt am Tisch so manche Frage.

Ausführliche Informationen zur Ausstellung, die noch bis Oktober zu sehen ist, findet man unter www.dimu-freising.de

Die Autorin
Anja Dittmar
Online-Redaktion
a.dittmar@st-michaelsbund.de


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