Deutsche Bahn Verspätungsschal wird für Münchner Bahnhofsmission versteigert

09.01.2019

Eine Pendlerin und leidenschaftliche Strickerin hat die Verspätungen der Deutschen Bahn in Form eines Schals verdeutlicht. Die Tochter postete ein Bild auf twitter und landete einen viralen Hit. Jetzt wird der Schal für einen guten Zweck versteigert.

Der Schal zeigt Verspätungen der Deutschen Bahn.
Der Schal zeigt Verspätungen der Deutschen Bahn. © twitter/Sara Weber

München – Der sogenannte Verspätungsschal einer bayerischen Bahnfahrerin wird noch bis Montag auf der Internetplattform Ebay für einen wohltätigen Zweck versteigert. Der Erlös soll der Münchner Bahnhofsmission zugute kommen, wie die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch) berichtet. Das Höchstgebot lag zur Mittagszeit bei 1.200 Euro. Tags zuvor hatte das Blatt von Claudia Weber (55) berichtet, die seit mehr als 25 Jahren beruflich täglich von Moosburg nach München pendelt. Die zunehmenden Verspätungen auf der Strecke nutzte sie im vergangenen Jahr dazu, um einen Schal zu stricken.

Wunsch nach Service

Die Grundfarbe Grau steht dabei laut Weber für leichte Verspätungen von unter fünf Minuten. Rosa zeige Verspätungen ab fünf Minuten bis zu einer halben Stunde. Lange Verspätungen ab einer halben Stunde oder Verspätungen bei beiden Zugfahrten seien rot. "Für jede Verspätung habe ich zwei Reihen am Abend gestrickt", erläuterte die Bahnfahrerin. Entstanden sei so ein sehr bunter Schal, der seinen Ursprung in "Resignation, Frust und Ärger" habe. Sie würde sich wünschen, dass von der Politik und der Bahn ein bisschen mehr Geld investiert werde, damit der Service auch funktioniere. (kna)

Was macht die Bahnhofsmission?


Die erste Bahnhofsmission wurde nach eigener Darstellung 1894 in Berlin gegründet. Ziel war es demnach, Menschen - damals überwiegend Frauen - unterwegs Schutz zu bieten. Heute gibt es die Einrichtungen an mehr als 100 Orten in Deutschland. Sie gehören zur evangelischen und katholischen Kirche, fühlen sich der Botschaft des Evangeliums verpflichtet und verstehen sich als gelebte Kirche am Bahnhof. Jedes Jahr kümmern sie sich um rund zwei Millionen Menschen - gratis und bedingungslos. (kna)


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