50 Jahre Kloster St. Gabriel in Pullach Viel Gutes getan

06.05.2016

König Ludwig I. holte derereinst den Orden der "Guten Hirtinnen" nach München, damit sich die Schwestern hier um Mädchen und junge Frauen aus schwierigen Verhältnissen kümmern sollten. Vor 50 Jahren zogen sie von Haidhausen in ihre neue Niederlassung nach Pullach.

Schwester Rosa Virginia Brill vor einem Plan der Einrichtungen. (Bild: Ertl)

Pullach – „Zieht aus dem alten Gemäuer aus, nicht umbauen, sondern neu bauen!“, riet Ende der 1950-er Jahre Kardinal Joseph Wendel den Schwestern vom Guten Hirten, deren Niederlassung in Haidhausen (auf dem Gelände des heutigen kirchlichen Zentrums des Erzbistums) in die Jahre gekommen war. Der zeitbedingte Wandel in der Heimerziehung – weg von der Massenbetreuung hin zu individueller Begleitung und Förderung – hätte große Umbaumaßnahmen in der 1840 von König Ludwig I. gegründeten Niederlassung bedeutet, die erste deutsche der ursprünglich französischen Ordensgemeinschaft. Also zogen die Schwestern, die sich der Betreuung junger Frauen aus zerrütteten Verhältnissen verschrieben hatten, hinaus auf die grüne Wiese. Nach mehrjähriger Suche wurde ein sechs Hektar großes Grundstück an der Wolfratshauer Straße 350 in Pullach gefunden, wo ab 1963 ein großzügiger Gebäudekomplex entstand. Im Oktober 1965 zogen 70 Schwestern, 18 Novizinnen und Postulantinnen und rund 150 Mädchen in die neue Niederlassung „St. Gabriel“ um. Kardinal Julius Döpfner weihte am 29./30. Oktober 1965 das Haus und die Klosterkirche.

Womit sich bereits vergangenen Herbst das 50. Jubiläum in Pullach jährte. Doch aufgrund von erneut laufenden großer Umbaumaßnahmen auf dem Gelände und weil man bereits 125 Jahre Gute Hirtinnen in Deutschland gefeiert hatte, verschob man das Jubiläum auf heuer, wie Oberin Rosa Virginia Brill (76) in ihrer unverkennbaren Rheinländer Mundart freundlich erzählt. Rund 100 weltliche Mitarbeiter arbeiten in Einrichtungen auf dem Gelände: Es gibt in Trägerschaft des Ordens die Kinderkrippe und das Kinderhaus St. Gabriel, das „Haus Debora“, ein Mutter-Kind-Haus für Mütter ab 12 Jahren und die Lebenspforte („Babyklappe“).

Die Feier fällt eher bescheiden aus, die 35 Schwestern sind im vorgerückten Alter, Nachwuchs bleibt aus. Dennoch ist kein Fatalismus zu spüren, wenn Schwester Rosa Virginia ihre Bilanz nach über 50 Jahren Ordensleben zieht: „Wir haben viel Gutes getan, zur Ehre Gottes und zum Wohle junger Menschen, um ihnen den Weg ins Leben zu ebnen. Was wollen wir mehr?“ (Florian Ertl)


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