Daniel Lerch als Diözesanjugendpfarrer verabschiedet "Vieles ist sehr gut geworden“

02.06.2017

Nach sechs Jahren als Diözesanjugendpfarrer wurde diese Woche Daniel Lerch verabschiedet. Bei dem Gottesdienst in der Jugendkirche mit Kardinal Reinhard Marx wurde zugleich Richard Greul als neuer Diözesanjugendpfarrer eingeführt.

Bei einem Gottesdienst in der Jugendkirche wurde Daniel Lerch verabschiedet. © Kiderle

Nein, sein markantes raumfüllendes Lachen hat Daniel Lerch (43) während der vergangenen sechs Jahre als Diözesanjugendpfarrer nicht verloren. Obwohl diese Zeit durchaus anspruchsvoll und nicht immer ganz einfach war: „Oft dachte ich bei mir, wenn ich abends allein in meinem Büro im Jugendamt saß: ,Lieber Gott, wie soll das alles nur werden? Aber es ist geworden und vieles ist sehr gut geworden in dieser Zeit“, sagt Lerch und lacht erleichtert auf.

Der Geistliche mit dem bis heute deutlich wahrnehmbaren etwas breiten Tonfall, der den Schwarzwälder auszeichnet, war zuerst von 2006 bis 2011 Jugendpfarrer im Münchner Dekanat Innenstadt. Dort hatte er den besonderen Auftrag, die Jugendarbeit in den Neuen Geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen zu unterstützen. Das blieb Lerch ab 2011 auch als Diözesanjugendpfarrer ein Herzensanliegen. Heute kann er sagen: „Das Verhältnis zwischen Verbänden und Neuen Geistlichen Gemeinschaften hat sich entspannt und ist viel weniger ideologisch geprägt, als ehedem. Vertrauen ist gewachsen auf beiden Seiten.“

Als Diözesanjugendpfarrer hatte Lerch jede Menge Veränderungen während seiner Amtszeit zu stemmen: Die neue Struktur des Erzbischöflichen Ordinariats etwa brachte auch einschneidende Neuerungen für das Erzbischöfliche Jugendamt – „Abzug der eigenen Buchhaltung, Verlust unseres Geschäftsführers. Wir waren fortan nicht mehr eine nachgeordnete Einrichtung des Seelsorgereferats, sondern trotz unserer Größe dem Fachbereich Jugendpastoral zugeordnet – eigenständig, aber nicht unabhängig“, blickt er zurück. Auch die neue rechtliche Selbstständigkeit der Jugendverbände stellte für alle Beteiligten eine „große Herausforderung“ dar: Trägerwerke mussten gegründet werden, Anstellungsverhältnisse neu geregelt und zahlreiche Verhandlungen geführt werden. „Am Ende kann man aber sagen: Es wurden Rahmenbedingungen geschaffen, die die Zukunft der Jugendverbände für viele Jahrzehnte auf ein gutes Fundament stellen“, sagt Lerch. Sehr geholfen haben ihm dabei vor allem „unsere kompetenten, top motivierten und kreativen Mitarbeiter – das war einzigartig.“

Natürlich hat es auch andere, weniger bürokratische Schwerpunkte gegeben: Als „unvergessliche Augenblicke“ bezeichnet Lerch „Großveranstaltungen wie die 72-Stunden-Aktion, das Jahr der Barmherzigkeit oder die Jugendkorbinianswallfahrten, auch die Fahrten zu den Weltjugendtagen und die Ministrantenwallfahrt nach Rom.“ Und stolz fügt er an: „Unsere Jugendarbeit ist kampagnenfähig, wir haben Zuwächse bei den Verbands-Mitgliederzahlen und bei den Ministranten. Der Jugendarbeit geht’s gut.“

Nach einer dreimonatigen Sabbatzeit, die ihn ab 12. Juni nach Ecuador, Panama und Kuba führt, wird Lerch nun neuer Leiter der Klinikseelsorge am Klinikum München-Innenstadt. Ganz bewusst habe er sich auf diese Stelle beworben: „Ich wollte einen echten Schnitt machen und meine Zeit wieder stärker mit einzelnen Menschen verbringen.“

Bei einem Gottesdienst vergangene Woche in der Jugendkirche verabschiedete Kardinal Reinhard Marx Lerch und führte zugleich Richard Greul (39) als neuen Diözesanjugendpfarrer ein. Greul wurde Anfang März zum Präses des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) in der Erzdiözese gewählt (wir berichteten). Zur Feier waren zahlreiche Vertreter der Jugendverbände mit ihren Fahnen und Bannern erschienen. Kardinal Marx überreichte Greul die offizielle Ernennungsurkunde und symbolisch den Schlüssel für die Jugendkirche. Er dankte Lerch für seinen Einsatz und wünschte Greul Gottes Segen für die Aufgabe: „Machen wir was draus! Es freut mich, dass wir so tolle Priester wie Euch haben.“ Zu den Jugendlichen gewandt meinte der Erzbischof: „Lasst Euch nie entmutigen! Ich stehe hinter Eurer Arbeit und freue mich, dass ihr lebendig Euren Glauben bezeugt.“ Lerch sagte, die kirchliche Jugendarbeit bilde im Erzbistum „ein starkes Netzwerk.“ Greul dankte allen, für das in ihn gesetzte Vertrauen: „Ich werde versuchen, Eure Erwartungen nicht zu enttäuschen. Mit Gottes Beistand werden wir es schaffen.“

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de


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