Mietpreisbremse Vielfalt macht Stadtleben aus

20.08.2018

Hohe Mietpreise machen Städte unattraktiv. Auch dann, wenn man sich selbst die Miete noch leisten kann.

Menschen verschiedenen Altersstufen und Berufsgruppen machen eine Stadt attraktiv.
Menschen verschiedener Altersstufen und Berufsgruppen machen eine Stadt attraktiv. © ARTENS - stock.adobe.com

Der Kollege, der von einer Zwischenmiete zur nächsten wechselt, die Großfamilie die keine passende Wohnung findet oder das junge Paar, das sich eine Wohnung im Stadtzentrum trotz zweier Einkommen nicht leisten kann. Jeder kann solche Beispiele aufzählen. In München bezahlbaren Wohnraum zu finden, erscheint manchmal wie ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl. Der Mietwahnsinn greift um sich.

Jetzt gibt es zumindest gute Nachrichten für die Mieter des Katholischen Siedlungswerks München und Mieter in städtischen Wohnungen: Denn in den nächsten fünf Jahren dürfen die Mieten um maximal zehn Prozent erhöht werden. Der Münchner Stadtrat hat das für die Wohnungen der Stadt und ihre Wohnungsgesellschaften GWG und Gewofag beschlossen. Das Erzbistum München und Freising als Hauptgesellschafter des Katholischen Siedlungswerks München ist dem Beschluss gefolgt. Knapp 3.000 Wohnungsmieter des Unternehmens können sich freuen: Sie bleiben künftig von größeren Kostensteigerungen verschont. Solche Entscheidungen sind wichtig – ein wichtiges Signal. Sie sind ein Schritt in die richtige Richtung – aber eben auch nur ein erster Schritt! Es ist zu hoffen, dass nun auch private Vermieter und Gesellschafter nachziehen und sich daran beteiligen.

Stadtbild verändert sich

München ist vielfältig. Noch! Denn wenn die Mieten weiter steigern, sind immer mehr Menschen gezwungen, hinaus auf Land zu ziehen, weil sie sich woanders nichts mehr leisten können. Menschen mit kleinem Einkommen werden aus der Stadt verdrängt. Das verändert auch das Stadtbild. In einem München, in dem nur die wohnen können, die genug Geld verdienen, will ich nicht leben. Familien, Singles, Senioren: Menschen unterschiedlicher Altersstufen und auch verschiedener Berufsgruppen gehören für mich sichtbar in eine Stadt. Genau diese Vielfalt macht für mich das Stadtleben attraktiv. Wenn es diese irgendwann nicht mehr geben sollte, wäre das dann nicht ein Grund München den Rücken zu kehren? Auch dann, wenn man selbst sich die Miete leisten kann?

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de


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