Münchner Tradition Viktualienmarkt wird immaterielles Kulturerbe

02.08.2017

Exotische Früchte oder heimische Schmankerln, regionales Wildbret, leuchtende Blumen oder duftende Kräuter: Auf dem Viktualienmarkt findet jeder etwas und sei es nur ein kühles Radler im Biergarten. Jetzt wird der Markt ins Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Der Münchner Viktualienmarkt wird immaterielles Kulturerbe.
Münchner Viktualienmarkt wird immaterielles Kulturerbe © imago

München – Der Münchner Viktualienmarkt wird am Freitag offiziell ins Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wird an diesem Tag auf dem Markt eine repräsentative Messingtafel anlässlich der Eröffnung des Brunnenfestes enthüllen. Das teilte das Ministerium am Mittwoch in München mit. Mit dabei sein werden die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Viktualienmarkt, Elke Fett, der Münchner Kulturreferent Hans-Georg Küppers, der Kommunalreferent Axel Markwardt und der Leiter der Markthallen München, Boris Schwartz.

Die Markttradition des Viktualienmarkts (Viktualien sind Lebensmittel) stellt laut Mitteilung eine besondere Form des Handelsbrauchs dar. Seit 1807 hat sich auf dem heutigen Areal inmitten der Altstadt um die Heilig-Geist-Kirche eine eigene Marktkultur entwickelt, die für viele Münchner zum Alltag gehört. König Max I. Joseph hatte, nachdem der Marienplatz als Handelsort für Getreide und andere Agrarerzeugnisse zu klein geworden war, das Gebiet neben dem Heilig-Geist-Spital für den Markt erweitern lassen. Das Spital wurde 1885 abgerissen und die Kirche in Richtung Westen verlängert.

Die Marktfrauen tanzen an Fasching

Der Aufstieg des Marktes konnte so beginnen, erlebte jedoch durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg einen gravierenden Einschnitt. Danach wurden neue Verkaufshallen und "Standl" errichtet. Das Angebot reicht von Fisch, Geflügel- und Wildbret, Käse, Wein, Brot, Obst, Gemüse und exotischen Früchten bis hin zu Blumen. Auch die Petersberglmetzger sind fester Bestandteil sowie ein Biergarten. Während des Jahres finden immer wieder Veranstaltungen statt. Mit am bekanntesten ist der Tanz der Marktfrauen am Faschingsdienstag. Auch bayerische Künstler haben am Markt einen ihnen gewidmeten Brunnen, dazu gehören unter anderen Karl Valentin und Liesl Karlstadt.

Bayern hat 2015 das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingerichtet und würdigt so den kulturellen Reichtum im Freistaat – von mündlich überlieferten Traditionen über gesellschaftliche Bräuche und Feste bis zu traditionellen Handwerkstechniken. (KNA)


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