Bildung Vom Staunen zum Wissen

24.03.2021

Bildung für Kinder und Jugendliche fördern und Büchereiarbeit weiterentwickeln: Mit diesem Ziel haben sich die Diözesan Bibliothekare in Bayern zu einer Fortbildung getroffen. Dabei ging es um die Vermittlung von Naturwissenschaft und Technik.

Zu sehen sind Kinder beim Spielen mit einer Rechentafel
Im Fokus der Fortbildung stand MINT in die Bibliotheken zu bringen. © IMAGO/Westend61

Wie kommen eigentlich die Löcher in den Käse? Warum regnet es? Wieso ist die Banane krumm? Fragen über Fragen, die oft von Kindern gestellt werden und gute Antworten brauchen. Literatur, die vor allem auf MINT- Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) fokussiert ist, kann hier Abhilfe leisten. Wie das in Bibliotheken umsetzbar ist, damit haben sich elf Mitarbeitende aus der katholischen Büchereiarbeit in einer Online-Fortbildung auseinandergesetzt.

MINT verstehen und anwenden

„Das Ziel dieser Fortbildung war es, für das Thema MINT in der Bücherei sensibel zu machen“, erklärte Maximilian Mihatsch. Er ist bibliothekarischer Mitarbeiter bei der Landesfachstelle und war zusammen mit der Leiterin, Claudia Pecher, aus dem Haus Sankt Michaelsbund vertreten. Durch diverse Vorträge von Experten und Expertinnen im Bereich MINT und einem abschließenden Workshop konnten die Teilnehmenden Fragen stellen und neue Ideen für zukünftige Bibliotheksarbeit sammeln. Einführende Worte in das Thema MINT verlor Theresia Oettle-Schnell, die Referentin für Projektpartner und Netzwerke der „Initiative junge Forscherinnen und Forscher e.V“. Sie fördern MINT-Bildung und Nachwuchskräfte. Die Brücke zum kirchlichen Wirken schlug Reinhard Ehgartner, der Geschäftsleiter des österreichischen Bibliothekswerks, der seine Erfahrungen mit christlichen Büchereien teilte.
 
Experimente in der Bibliothek

Ehgartner gab hier den Teilnehmenden konkrete Beispiele an die Hand, wie MINT in Bibliotheken integrieren werden kann, zum Beispiel durch einen separaten Ort in der Bibliothek zum Experimentieren. Diese Idee fand auch Mihatsch sinnvoll: „Mint braucht einen bestimmten Platz in der Bücherei. Ich finde es wichtig, dass MINT-Bücher, Medien, aber auch Experimentierfläche in einer Ecke präsentiert und nicht verstreut werden, um ganz fokussiert darauf aufmerksam zu machen.“ Dies müsse nicht nur durch klassische Medien, sondern durch eigenes Tun erreicht werden. Zum Beispiel könne man im Bereich Nachhaltigkeit Kindern den Unterschied zeigen, wie schnell Dinge verfallen oder verrotten. „Da nimmt man ein Glas Wasser und ein Glas Erde, das geht ganz schnell und die Kinder werden da schnell einen Unterschied sehen, was zuerst weg ist,“ erklärte der Theologe.

MINT ist Aufgabe der Kirche

Reinhard Ehgartner hat in der Fortbildung auch dazu geraten, die verschiedene Fachbereiche zusammenzuführen, zum Beispiel für das Thema Nachhaltigkeit die Fächer Biologie, Chemie und Mathematik. Das wünscht sich auch Maximilian Mihatsch für die Zukunft: „Auch wenn auf den ersten Blick die MINT Bereiche weiter weg vom Glauben sind, bieten Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz einen Bezug zum Schöpfungsgedanken.“ Glaube sei eine Brücke zwischen vielen Themen. Deshalb sei es wichtig, MINT in kirchliche und christliche Büchereien verstärkt zu bringen.

MINT

Der Ausdruck „MINT“ ist ein Initialwort, das für Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik steht. Das Wort MINT wird oft im Zusammenhang mit Berufszweigen oder Unterrichtsfächern in Schulen gebracht. Im Bereich Literatur sollen sogenannte MINT- Bücher Kindern praxisnah und anschaulich naturwissenschaftlicher und technische Themen erklären.

Die Fortbildung bot für alle Bibliothekarischen Mitarbeitenden einen guten Einstieg in das Thema, Erweiterungsbedarf gebe es immer. Da sich die Arbeitswelt im digitalen Zeitalter stetig verändere, sei es auch wichtig Jugendliche und Kinder für die Arbeitswelt 4.0 zu stärken. „MINT ist für uns wichtig, weil er für die Gesellschaft wichtig ist. Wir wollen die Leser und Leserinnen fit machen. Denn wir von der katholischen Büchereiarbeit verstehen uns durchaus als Bildungsanbieter, vor allem auch für Bildungsgerechtigkeit“, so Mihatsch. Daher lege die katholische Büchereiarbeit beim Sankt Michaelsbund Wert darauf, alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für den Fachbereich MINT zu sensibilisieren, um Kinder und Jugendliche zu stärken. (Anna Parschan, Redakteurin beim Münchner Kirchenradio)


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