Pflegekräfte von den Philippinen Von Manila nach München

15.01.2015

In der Pflege in Deutschland fehlen die Fachkräfte, aufgrund des demografischen Wandels wird sich die Lage sogar zuspitzen. Die Caritas will dieser Entwicklung entgegenwirken: Mit zusätzlichem Personal von den Philippinen.

Auslands-Filipinos demonstrieren in Manila gegen schlechte Arbeitsbedingungen und hoffen auf Unterstützung durch Papst Franziskus. (Bild: ddp images/Pacific Press)

München/Manila - "Auf den Philippinen liegt der Katholikenanteil bei ungefähr 86 Prozent", erläutert Doris Schneider, Geschäftsführerin Altenheime im Diözesan-Caritasverband München und Freising, einen der Gründe für die geplante Anwerbung von Fachpersonal im Inselstaat.

"Doch entscheidend, ganz besonders in der Pflege, sind die Sprachkenntnisse." Wenn die neuen Mitarbeiter als Pflegekraft in Deutschland anerkannt werden wollen, müssen sie mindestens Sprachniveau B2 vorweisen. Ein Abkommen zwischen Deutschland und den Philippinen soll eine schnelle Anerkennung ihrer ausländischen Abschlüsse ermöglichen.

Auslands-Filipinos stützen den Inselstaat

Weltweit leben bereits heute mehr als 10 Millionen Filipinos im Ausland, also ungefähr 11 Prozent der Gesamtbevölkerung der Philippinen. Ihre Geldrücksendungen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Landes. Die meisten der offiziell registrierten 19.000 philippinischen Staatsangehörigen in der Bundesrepublik arbeiten als Seeleute auf in Deutschland registrierten Schiffen oder sind im Pflege- und Medizinbereich tätig.

Bereits unter Willy Brandt wurden Ende der 1960er Jahre hunderte philippinische Krankenschwestern angeworben. "Es kann eine Win-Win-Situation für die Pflegekräfte, ihre Heimat und Deutschland sein", erklärt Schneider. Schließlich haben die Filipinos in Europa meist bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen wie ihre Landsleute in asiatischen und arabischen Ländern.

Auf den Philippinen will Schneider zudem mit der örtlichen Caritas sprechen und die neuen Pflegekräfte von Anfang an betreuen. "Denn wir müssen später auch wissen, was die Menschen, die zu uns kommen wollen besonders gut können und wo sie noch "Nachhilfe" benötigen, um sich hier gut zurecht zu finden."  (acs)


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