Propädeutikum Vorschule für angehende Priester

24.10.2014

Traumberuf Priester! Das ist er zumindest für elf Männer aus Bayern, die sich dazu entschlossen haben. Zur Zeit werden sie in Passau auf ihr Studium und das Leben als Priester vorbereitet. Darunter auch welche aus dem Erzbistum München und Freising.

v.l. Robert Seiler, Martin Brummer und Michael Korell (Bild: SMB/Sichla)

Passau – Seit Mitte September bereiten sich elf Männer aus Bayern auf den Priesterberuf vor. Vor dem Theologiestudium besuchen das sogennanntes Propädeutikum, eine Glaubens-und Lebensschule für angehende Priester. Das dauert ein Jahr und findet in Passau statt. Die Männer wohnen und leben zusammen. Täglich beten und feiern sie zusammen Gottesdienste, lernen für das das Studium notwenige Sprachen (Latein, Greischisch, Hebräisch), werden mit Impulsen und durch Gespräche in das geistliche Leben eingeführt. Außerdem engagieren sie sich in sozialen Einrichtungen. Ein besonderes Erlebnis im Rahmen des Jahres ist eine Reise eins Heilige Land. In dem Jahr können die Seminaristen über ihre Berufung tiefer nachenken, so Spiritual Pater Mirko. Sie können schauen, ob sie sich damit identifizieren und sie den Weg gehen können. Pater Mirko ist für die geistliche Ausbildung und Begleitung zuständig.

Der Wille Gottes

Michael Korell ist 29 Jahre als und kommt aus Holzkirchen. Er fühle sich wohl wie nie zuvor, sagte er den Münchner Kirchennachrichten. Er ist sich aber auch darüber bewusst, dass im Laufe der Ausbildung Zweifel kommen können. Für ihn war die Entscheidung Priester zu werden ein Prozess. So sei er schon als Kind vom Gottesdienstablauf fasziniert gewesen, war Gruppenleiter und im Jugendverband aktiv. Ein Schlüsselmoment war aber für ihn, als er dieses Jahr in der Heilig-Geist-Kirche in München das „Vater Unser“ plötzlich nicht mehr weiter beten konnte. Da ist es ihm wie „Schuppen von den Augen“ gefallen, dass es nicht darum gehe, was er will, sondern was Gott will. „Sein Wille geschehe“ heißt es im Gebet weiter. Draufhin hat er sein Studium der Geschichte und Politikwissenschaften abgebrochen. Dass seine Entscheidung die Konsequenz hat niemals eine Familie zu haben ist für ihn kein Hindernis: „Das Zöllibat ist für mich die Freiheit das zu tun was mein Innerstes ist und was der Herr mit mir vorhat. Für mich ist die Konsequenz keine Familie zu haben mehr Freiheit denn Einschränkung“

Kirche, Kino und Sushi

Auch der 21-jährige Robert Seiler aus Wasserburg ist nach den ersten Wochen im Propädeutikum in seiner Entscheidung nur bestärkt worden. Die geistlichen Impulse der Priester mitzunehmen, sei für ihn wahnsinnig wichtig, sagte er den Münchner Kirchennachrichten. Martin Brummer aus München Neuperlach hebt im Gespräch besonders das Gemeinschaftsgefühl hervor. Er fühle sich zu Hause und sei angekommen. Vorher habe er immer das Gefühl gehabt, dass ihm was fehle. Er könne hier offen über kirchliche Themen sprechen, über die er sich vorher nicht austauschen konnte. Doch die jungen Männer leben nicht abgeschottet in einer "Kirchenblase" . So haben sie bereits ihre neue Heimatstadt Passau erkundet, waren im Kino und Sushi essen. Außerdem haben sie auch schon Besuch von ihren Freunden bekommen.

Nach dem Propädeutikum, werden sie in ihre Heimatbistümer zurückkehren und das Theologie-Studium beginnen. In ein paar Jahren werden sie sich dann voraussichtlich zum Priester weihen lassen. Gut die Hälfte der angehende Prister entscheidenn sich im Laufe der Ausbildung dann aber doch für einen anderen Weg, so Spiritual Pater Mirko. (kas)


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