Deutsche Bischofskonferenz Waffenstillstand für Syrien angemahnt

25.09.2013

Im Syrien-Konflikt drängen die katholischen deutschen Bischöfe auf eine friedliche Lösung. Sie riefen die internationale Gemeinschaft auf ihrer Tagung in Trier dazu auf, einen tragfähigen Waffenstillstand anzustreben.

Pro-Assad-Milizen 50 Kilometer nordwestlich von Damaskus (Bild: imago/ITAR-TASS)

Fulda - Die katholischen deutschen Bischöfe haben die internationale Gemeinschaft aufgerufen, im Syrien-Konflikt auf einen international überwachten tragfähigen Waffenstillstand hinzuarbeiten. Auf lange Sicht könnte ein solcher Waffenstillstand in politische Friedensverhandlungen münden, sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann am Mittwoch vor Journalisten am Rande der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda.

Ackermann ist Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden), einer Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) zur Förderung von Entwicklung und Frieden. Der Bischof nannte die bisherige Unfähigkeit der internationalen Gemeinschaft, das Morden und den Krieg in Syrien zu unterbinden, beschämend, "ja geradezu eine Schande".

Ausdrücklich bekräftigte Ackermann die ablehnende Haltung der katholischen Kirche gegenüber einem militärischen Eingreifen in Syrien. Es erscheine nach wie vor nicht angemessen, auf die Karte eines militärischen Einsatzes zu setzen. Zum Einsatz von Chemiewaffen im Syrien-Konflikt äußerte der Bischof, hier handele es sich um einen eklatanten Bruch des Völkerrechts. Die Verantwortlichen seien zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen. Der Vorschlag, den Internationalen Strafgerichtshof in die Strafverfolgung einzubeziehen, sei ernsthaft zu erwägen.

Eine "gewisse Erleichterung" und "vorsichtige Hoffnung" bekundete der Bischof darüber, dass durch die Verhandlungen zur Beseitigung der syrischen Chemiewaffen-Potenziale neue Bewegung in den politischen Prozess gekommen sei. Es müsse nun alles getan werden, um durch erfolgreiche Politik einen weiter möglichen Militärschlag unnötig werden zu lassen.

Ackermann forderte die Bundesregierung auf, sich aktiv in den Prozess der Kontrolle der syrischen Giftgas-Bestände einzuschalten. Deutschland habe Fähigkeiten bei der Beseitigung von Chemiewaffen, die hier gebraucht werden könnten. Und auch der Einsatz deutscher Soldaten etwa bei der Sicherung von Chemiewaffen-Arsenalen dürfe - wenn ein klares UN-Mandat vorliege - kein Tabu sein.

Mit Blick auf die in Syrien lebenden Christen sagte Ackermann, sie drohten in diesem Bürgerkrieg zwischen die Fronten zu geraten und könnten, ähnlich wie im Irak, zu den großen Verlierern der Auseinandersetzungen gehören. Es wäre aber nicht nur ein Verlust für das Christentum, so der Bischof, wenn es in einem weiteren Land des Orients auf verschwindend kleine Restbestände reduziert würde.

Es bedeute ebenso eine Katastrophe für Syrien und die ganze arabische Welt, wenn der kulturelle Beitrag der Christen verloren ginge. Gegenwärtig machen die Christen nach Angaben von Ackermann zehn Prozent der syrischen Bevölkerung aus. (kna)


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