Pfarrgemeinderatswahlen Wahlbeteiligung steigt im Erzbistum München und Freising

26.02.2018

Im Erzbistum München und Freising haben sich am Sonntag deutlich mehr Katholiken an den Pfarrgemeinderatswahlen beteiligt als 2014. Den Hauptgrund dafür hat der Diözesanrat schon ausgemacht.

Pfarrgemeinderatswahl in der Pfarrei Christi Himmelfahrt in München-Waldtrudering
Pfarrgemeinderatswahl in der Pfarrei Christi Himmelfahrt in München-Waldtrudering © Kiderle

München – Die Beteiligung an den Pfarrgemeinderatswahlen ist in der Erzdiözese München und Freising um ein Viertel gestiegen: 20,0 Prozent der rund 1,5 Millionen wahlberechtigten Katholikinnen und Katholiken gaben bei den Wahlen am Sonntag, 25. Februar, ihre Stimme ab. Das sind 3,9 Prozentpunkte mehr als bei den Wahlen 2014, bei denen die Beteiligung bei 16,1 Prozent gelegen hatte. Der Hauptgrund für die deutlich gestiegene Beteiligung an den Wahlen, die unter dem Motto „Du bist Christ. Mach was draus“ standen, sei die verstärkte Nutzung der Allgemeinen Briefwahl durch die Pfarreien, so Michael Bayer, der Regionalgeschäftsführer der Region Süd im Diözesanrat, gegenüber mk online. Bei der Allgemeinen Briefwahl bekamen alle Wahlberechtigten die notwendigen Unterlagen direkt zugestellt. So hätten vermehrt auch Gläubige erreicht werden können, die nicht regelmäßig an den Gottesdiensten teilnehmen. Bei den 590 von den 747 Pfarreien im Erzbistum, die per Allgemeiner Briefwahl gewählt haben, lag die Wahlbeteiligung insgesamt bei 25,5 Prozent. Bei den Pfarreien, die nicht per Allgemeiner Briefwahl wählten, lag sie insgesamt bei 5,5 Prozent.

"Mühe hat sich gelohnt"

Der Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese, Hans Tremmel, zeigt sich erfreut über die hohe Wahlbeteiligung: „Viele Katholikinnen und Katholiken haben ihre Stimme genutzt und damit ihre Mitverantwortung für ihre Pfarrgemeinde als getaufte und gefirmte Christen wahrgenommen. Durch die Allgemeine Briefwahl ist es uns auch gelungen, vermehrt Menschen anzusprechen, die nicht jeden Sonntag zum Gottesdienst gehen, aber selbstverständlich auch Teil der Gemeinde sind.“ Tremmel dankt den Wahlausschüssen und Wahlhelfern in den Pfarreien, den Pfarrbüros, der Geschäftsstelle des Diözesanrats und allen Ehrenamtlichen, die beim Austragen der Unterlagen oder an anderer Stelle mitgeholfen haben. „Die Mühe hat sich gelohnt!“

Mehr Frauen als Männer in den Räten

Den gewählten Pfarrgemeinderätinnen und -räten „gratuliere ich herzlich“, so Tremmel, „und danke ihnen bereits jetzt für ihr Engagement“. Die Ehrenamtlichen zeigten „das enorme Potential, das in unseren Gemeinden steckt, die Vielfalt der Ideen und Talente. Ich freue mich sehr, wenn Menschen ihre Fähigkeiten für ihre Pfarrei einbringen. Eine lebendige Pfarrei schafft Beziehungen und macht Orte oder Stadtviertel menschenfreundlich und lebenswert.“ In den Pfarrgemeinderäten sind alle Generationen vertreten: Rund zehn Prozent der Gewählten sind zwischen 16 und 25 Jahre alt, den größten Anteil – rund 30 Prozent stellt die Gruppe der 46- bis 55-Jährigen. Mehr als ein Drittel der Gewählten ist erstmals im Pfarrgemeinderat vertreten. Die Frauen sind mit über 62 Prozent deutlich in der Mehrheit.

Detaillierte Wahlergebnisse

Mehr Informationen zur Wahl finden Sie hier.

In den ländlich geprägten Seelsorgsregionen der Erzdiözese lag die Wahlbeteiligung höher als in der städtisch geprägten Seelsorgsregion München: In der Region Nord gingen 26 Prozent zur Wahl (2014: 22,3 Prozent), in der Region Süd 26,5 Prozent (2014: 20,4 Prozent), in der Region München 10,8 Prozent (2014: 8,7 Prozent). Die Auswertung beruht auf den 694 Pfarreien, die ihre Wahlergebnisse bis zum Morgen nach der Wahl gemeldet hatten. Auch die Gemeinderäte in den 23 muttersprachigen Gemeinden des Erzbistums wurden gewählt. Rund 200.000 Katholiken mit nichtdeutscher Muttersprache hatten zusätzlich zum Wahlrecht für den Pfarrgemeinderat ihrer Pfarrei auch das Wahlrecht für den Gemeinderat der muttersprachigen Gemeinde, zu der sie gehören.

Verantwortung für die Pfarrei

Der Pfarrgemeinderat berät und unterstützt die Priester und pastoralen Mitarbeiter bei der Seelsorge, etwa bei der Planung der Gottesdienste oder bei der Erstkommunion- und Firmvorbereitung. In allen gesellschaftspolitischen Fragen entscheidet und handelt der Pfarrgemeinderat eigenverantwortlich, so beim Aufbau von Nachbarschaftshilfen und Helferkreisen für Flüchtlinge, bei der Gestaltung von Erwachsenenbildungsangeboten, im Engagement für die Entwicklungszusammenarbeit und für die Bewahrung der Schöpfung. Die Pfarrgemeinderäte werden für jeweils vier Jahre gewählt. Katholiken ab 14 Jahren sind wahlberechtigt, Katholiken ab 16 Jahren sind wählbar. (pm/ww/ksc)


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