Kirchlich heiraten Wann die Hochzeit zum Event wird

30.05.2017

Gerade haben Hochzeiten wieder Hochkonjunktur. Viele Paare wollen sich in der Kirche das Ja-Wort geben. Ob das Gotteshaus für die Brautleute nur bloße Kulisse ist, fragt sich Pfarrer Herwig Hofmann.

Viele Paare betreiben für ihre Hochzeit einen enormen Aufwand.
Viele Paare betreiben für ihre Hochzeit einen enormen Aufwand. © Fotolia.com

Das Wichtigste bei einer Hochzeit: Sensationelle Bilder im Netz. Dafür geben viele Paare enorm viel Geld aus und betrieben einen irrsinnigen Aufwand. Eigens darauf ausgerichtete Agenturen bieten ihren Service an. In diesen Trend passen sicher auch die immer zahlreicher werdenden Anfragen auswärtiger Brautpaare bei uns im Pfarrverband Ramsau- Unterstein. Aus ganz Deutschland, aber auch aus Indien, China und den USA wollen Paare in St. Bartholomä oder in St. Sebastian, Ramsau, heiraten. Die Kulisse ist ja auch verführerisch (zumindest, wenn die Sonne scheint).

Ob der Aufwand, hierher seine Hochzeit zu verlegen – abgesehen von der Kulisse und den Bildern – es wirklich wert ist, ist die andere Frage. Zum einen sind dadurch sicher etliche Freunde und Verwandte von vornherein ausgeschlossen mitzufeiern, weil sie sich zeitlich, finanziell oder gesundheitlich so eine Reise gar nicht leisten können, zum anderen gibt es auch von unserer Seite einige Hürden: Die Paare müssen selbst einen Geistlichen mitbringen, sich um die Musik kümmern und für den Kirchenschmuck sorgen, da von den örtlichen Haupt- und Ehrenamtlichen all dieser Mehraufwand nicht geleistet werden kann.

Herwig Hofmann ist Leiter des Pfarrverbands Ramsau-Unterstein. Zu diesem gehören auch so beliebte Kirchen wie St. Batholomä am Königssee oder St. Sebastian, Ramsau.
Herwig Hofmann ist Leiter des Pfarrverbands Ramsau-Unterstein. Zu diesem gehören auch so beliebte Kirchen wie St. Batholomä am Königssee oder St. Sebastian, Ramsau. © privat

Der idealste Ort – die eigene Pfarrei

Der Hochzeitstag soll ein wunderschöner Tag sein, und wenn ein Brautpaar kirchlich heiraten will, ist das sehr schön und freut uns. Ansprechende Kirchen freilich gibt es überall, sicher auch in der näheren Umgebung jedes Brautpaares. Und ist nicht die vertraute Umgebung einschließlich der problemlosen Erreichbarkeit auch ein großer Wert?

Die idealsten Orte sind meiner Meinung nach die Kirchen und Kapellen in der eigenen Pfarrei oder in deren unmittelbarer Umgebung, wo man dazugehört, wo man die Menschen kennt und wo man auch die anderen Feste des Glaubens feiern kann. Und wenn man keinen Bezug dazu hat oder den Glauben verloren hat, so kann er ja durch so ein Fest entstehen oder wiederhergestellt werden.

Dass der ganze äußere Aufwand samt den Bildern im Netz nicht das Wichtigste ist, versteht sich sowieso von selbst. (Herwig Hofmann)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Kirchlich Heiraten

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