Vor der Hochzeit Warum ein Eheseminar gut tun kann

27.05.2017

Warum sollten Brautleute im Vorfeld der Hochzeit ein Eheseminar besuchen? Wir haben dazu eine Kursleiterin befragt und Paare, die von dem Vorbereitungsseminar begeistert waren.

Das Glück der Eheleute ist der Kirche von jeher ein Anliegen.
Das Glück der Eheleute ist der Kirche von jeher ein Anliegen. © Fotolia.com

Birgitt Siegle, Kursleiterin: Seit vielen Jahren leite ich mit großer Freude Brautleutetage, mal alleine, mal mit meinem Ehemann Gabriel, und bei konfessionsverbindenden Kursen mit evangelischen Kolleginnen oder Kollegen. Das Glücken der ehelichen Gemeinschaft ist der Kirche von jeher ein Anliegen. Eine der Hilfestellungen, mit der sie zum Gelingen des gemeinsamen Lebens der Gatten beitragen will, ist das sogenannte Eheseminar, beziehungsweise Ehevorbereitungsseminar oder auch Brautleutetag.

Doch was bewegt die Brautpaare dazu, kirchlich zu heiraten und an einem solchen Seminar teilzunehmen? Da sind zunächst äußere Einflüsse. Es gibt immer wieder einzelne Paare, die beispielsweise deswegen antreten, weil ihr Traupriester die Teilnahme erwartet oder ihnen sehr nahelegt oder auch, weil sie für eine Trauung im Ausland eine Teilnahme-Bestätigung brauchen, die übrigens zu diesem Zweck auf lateinisch abgefasst wird.

Birgitt Siegle aus München-Untermenzing leitet seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich Ehevorbereitungskurse.
Birgitt Siegle aus München-Untermenzing leitet seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich Ehevorbereitungskurse. © SMB/Basso-Ricci

Auszeit vom großen Stress

Die Motive der anderen, und das ist die Mehrzahl, sind vielfältig. Sie wollen nicht nur ihr Wissen über den Hochzeitsgottesdienst vertiefen und Anregungen für seine Gestaltung bekommen, sondern auch Fragen stellen können über Formalitäten hinsichtlich der kirchlichen Trauung.

Aber darüber hinaus kommt es vielen Paaren darauf an, sich im Stress der Hochzeitsvorbereitungen vor dem großen Tag noch einmal Zeit zu nehmen, und zwar für sich als Paar, um den Blick auf die eigene Beziehung zu richten („Warum will ich genau diesen Menschen heiraten?“) und gemeinsam mit anderen Paaren über die religiöse Dimension einer christlichen Ehe nachzudenken.

„Warum heiraten wir kirchlich?“ lautet die eingangs gestellte Frage. Auf sie gibt es viele Antworten: „Weil es sonst keine schöne Feier ist“, antworten viele. „Weil es einfach dazu gehört.“ Für Christen ist das eben so. Es würde ja sonst etwas fehlen, etwas Wichtiges sogar. Aber die meisten Paare antworten: „Weil wir auf den Segen Gottes für unsere Ehe nicht verzichten wollen.“ Und genau das ist es doch, worauf es letztlich ankommt!

Näheres rund um die Brautleutetage im Erzbistum gibt es hier.

Maria Antonia von Sachsen Gessaphe und Klaus Hutter aus Plattling geben sich am Samstag, 27. Mai, das Ja-Wort.
Maria Antonia von Sachsen Gessaphe und Klaus Hutter aus Plattling geben sich am Samstag, 27. Mai, das Ja-Wort. © privat

Mit Tiefgang

Maria Antonia von Sachsen Gessaphe und Klaus Hutter: Für uns war es wichtig, uns zusätzlich zum Gespräch mit einem Priester einen Tag ausschließlich mit der Bedeutung des Ehesakraments und anderen religiösen Fragen zu beschäftigen. Neben dem Austausch mit anderen Brautpaaren war für uns vor allem die Begleitung durch unsere Referentin ein wichtiger Bestandteil. Mit ihrer über 30-jährigen Eheerfahrung bereitete sie uns einen spannenden und interessanten Tag und konnte uns auch Tipps für den ganz normalen Alltag mitgeben.

Unsere Bedenken im Vorfeld waren, dass bei einem eintägigen Seminar nicht genug Tiefgang vermittelt werden würde, doch wurden wir vom Gegenteil überzeugt, denn auch alle anderen Paare waren, wie wir, voller Interesse und äußerst aufgeschlossen. Wir können es allen Brautpaaren nur von Herzen weiterempfehlen!

Elisabeth und Dennis Eckerlein aus Ismaning sind seit dem 6. August 2016 kirchlich verheiratet.
Elisabeth und Dennis Eckerlein aus Ismaning sind seit dem 6. August 2016 kirchlich verheiratet. © privat

Lange fünf Minuten

Elisabeth und Dennis Eckerlein: Vor unserer kirchlichen Trauung wollten wir einen Brautleutetag besuchen. Freunde hatten uns erzählt, dass dieser bei ihnen sehr schön und hilfreich gewesen sei. Auch unser Seminar hat uns gut gefallen, denn das Referentenehepaar hat viel Wissenswertes über die kirchliche Eheschließung vermittelt, aber auch betont, wie wichtig eine gute Kommunikation für das Gelingen einer stabilen Ehe ist. Unsere Beschäftigung mit dem 22-teiligen Fragenkatalog „Wie gut kenne ich dich?“ brachte manche neue Erkenntnis.

Am besten hat uns die Einheit gefallen, bei der man das konkrete Formulieren und das genaue Zuhören geübt hat, wobei man dem anderen zuerst abwechselnd jeweils fünf Minuten lang sagt, was man an ihm ganz besonders liebt und schätzt, und dann im zweiten Teil, was man sich von ihm wünscht. Das ist einerseits wunderschön, erfordert aber andererseits Konzentration und Rededisziplin. Denn auch wenn man seinem Partner liebevolle Dinge sagt, sind in dem Moment fünf Minuten eine lange Zeit – normalerweise spricht man Komplimente in ein oder zwei Sätzen aus. Noch heute, nach mehr als einem Jahr, sprechen wir immer wieder als Spaß mit ernstem Hintergrund Sätze aus beginnend mit: „Ich wünsche mir von dir ...“

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Kirchlich Heiraten

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