Landtagswahl in Bayern Warum gehen Sie zur Wahl?

04.09.2018

Am 14. Oktober ist es soweit: Fast 9,5 Millionen Bayern dürfen dann, nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Fürth, ihre Stimme abgeben. Sie wählen einen neuen Landtag.

Warum gehen Sie wählen?
Warum gehen Sie wählen? © barbara gandenheimer fotografie, Elena Schweitzer – stock.adobe.com, KAB, Kiderle/Caritas München, Kiderle, privat (2)

Wahlen sind ein zentrales Element unserer Demokratie. Wer nicht wählt, verschenkt die Möglichkeit, über die Zukunft unserer Gesellschaft mitzubestimmen. Leider wird ein ganz entscheidender Teil unserer Gesellschaft von den Wahlen ausgeschlossen – und das ist die Gegenwart und Zukunft unserer Demokratie: Kinder und Jugendliche. Die Konsequenz ist, dass Jugend-Themen im Wahlkampf kaum eine Rolle spielen. Dabei positionieren sich politisch interessierte Jugendliche ganz klar zu Themen wie Beteiligung, Mitbestimmung, Integration, Wohnraum, Mobilität und Digitalisierung. (Stephanie von Luttitz, Diözesanvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend)

Für mich ist der Wahlgang in einer Demokratie eine Selbstverständlichkeit. Nun stehen Landtagswahlen an und sie appellieren an meine Verantwortung als mündiger Bürger, einen persönlichen Beitrag zu leisten, um diesmal dem politischen Geschehen in Bayern Gestalt zu geben. Die Wahl ist für mich dabei mehr als nur eine formale Stimmabgabe auf einem Zettel. Sie ist sinnbildlicher Ausdruck meiner persönlichen Freiheit. Diese Freiheit haben andere vor mir auf einem langen Weg gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Entwicklungen immer wieder hart errungen. Insofern ist meine Stimme bei aller Kleinheit das Ganze, das mehr ist als die Summe seiner Teile, um Freiheit und Demokratie zu stärken und zu stützen. (Martin Choroba, Diözesanvorsitzender des Bundes Katholischer Unternehmer)

Verantwortung wahrnehmen

Demokratie und freie Wahlen sind ein hohes Gut. Für mich ist es auch angesichts der Unterdrückung von Menschen in vielen Ländern der Erde eine Bürgerpflicht, mein aktives Wahlrecht auszuüben und damit unsere Gesellschaft mitzugestalten. Jeder kann sich vorher über die Kandidatinnen und Kandidaten informieren und über den Wahl-O-Mat die eigenen Anliegen mit denen der Parteien vergleichen. Schließlich trifft jeder mit seiner Stimme ganz persönlich eine freie Entscheidung, wie es in Bayern weitergehen soll. Auch meinen beiden Kindern habe ich vermittelt, wie wichtig es ist, diese Verantwortung wahrzunehmen und zu wählen. Ich finde es wichtig, gerade in diesen Tagen in Bayern zur Wahl zu gehen und mit meiner Stimme dem Anliegen nach einem sozialen und gerechten Miteinander Ausdruck zu geben. (Gabriele Stark-Angermeier, Vorständin des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising)

Gott hat uns als Gemeinschaftswesen geschaffen, und mit seinem Gebot „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ hat uns Jesus zusätzlich klargemacht, dass wir für das Wohlergehen unserer Mitmenschen mitverantwortlich sind. Damit sind auch wir Christen nach meiner tiefsten Überzeugung für den Zustand von Gesellschaft und Staat verantwortlich. Der Staat hat sich da religiös neutral herauszuhalten. Er darf nur (und muss) den Rahmen schaffen, lebt aber letztlich von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Diese Voraussetzungen müssen wir Wähler schaffen! Das heißt, vor dem Wahlgang muss ich mir überlegen, welche Partei am ehesten ihre Politik nach christlichen Grundsätzen zu gestalten bereit ist. Mir als Christin geht es darum, dem genuin Christlichen in der Gesellschaft Geltung zu verschaffen. (Hiltrud Schönheit, Vorsitzende des Katholikenrats der Region München)

„Nicht-Wählen schadet uns allen"

Ich erinnere mich noch gut: Während meines Studiums haben viele von uns die Meinung vertreten, bei anstehenden Wahlen nicht zu wählen, um so den Parteien ein Zeichen zu setzen. Als Gruppe der politischen Nicht-Wähler. Heute weiß ich: Wer von seinem demokratischen Recht, die Politik eines Landes durch die Wahl von Personen einer Partei mitzugestalten, keinen Gebrauch macht, stärkt Minderheitsparteien, die ihre Wähler besser mobilisieren können und die möglicherweise der Nicht-Wähler gar nicht möchte. Der Satz Jesu „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist...“ kann heute auch so gedeutet werden, dass wir Katholiken eine Verpflichtung haben, durch unser Wahlrecht unser Land mitzugestalten. Am 14. Oktober gilt daher: Wählen, wählen! Nicht-Wählen schadet uns allen. (Evelyne Menges, Diözesanvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung)

Wählen sei demokratische oder moralische Pflicht, heißt es manchmal. Für mich ist Wählen eine persönliche Pflicht. Ich möchte die Gesellschaft, in der ich lebe, mitgestalten und mich einbringen. Zur Wahl gehen ist eine wesentliche Möglichkeit dazu. Unsere Demokratie muss immer wieder neu gestützt und verteidigt werden. Deshalb sind für mich ausschließlich Parteien wählbar, die unsere demokratisch-rechtsstaatliche Grundordnung anerkennen und praktizieren. Darüber hinaus interessieren mich Inhalte, die den christlichen Werten entsprechen, wie Solidarität mit den Schwächeren, Bewahrung der Schöpfung oder ein friedvolles Miteinander der verschiedenen Nationen. Ein Blick in Parteiprogramme kann da ganz erhellend sein. (Monsignore Engelbert Dirnberger, Leiter des PV Obergiesing)

 

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Bayern wählt

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