Wortschatz der Bibel Was bedeutet Feuer?

07.06.2019

Ob beim Bundesschluss mit Abraham oder beim brennenden Dornbusch - Gottes Erscheinen ist oft begleitet von Feuer. Auch beim Pfingstereignis ist das der Fall.

Gottes Erscheinen ist begleitet von Feuer.
Gottes Erscheinen ist begleitet von Feuer. © nopparats - stock.adobe.com

Ob beim Bundesschluss mit Abraham (Gen 15,17), beim brennenden Dornbusch (Ex 3,2), bei der Offenbarung am Sinai (Ex 19,18) oder beim Zug durch die Wüste (Ex 13,21): Gottes Erscheinen ist begleitet von Feuer. Für die Menschen des alten Orients war Feuer ein ambivalentes Zeichen: Was sie beim Brotbacken und Kochen als Segen erfuhren, konnte als feindlicher Brandpfeil ihre Hütten und Dörfer vernichten. Feuer steht für Wärme und Licht, aber auch für Bestrafung. Ein treffendes Bild für Jahwe, den Herrn über Leben und Tod.

"Power" durch den göttlichen Geist

Für den Propheten Jeremia ist das Feuer nicht nur Begleiterscheinung Gottes. Jeremia beschreibt das göttliche Wort als Feuer (Jer 23,29) und deutet damit seine Wirkmacht. Auch die pfingstlichen Feuerzungen wollen zum Ausdruck bringen, welche „Power“ den Aposteln durch den göttlichen Geist zuteilwird. Von ihm gestärkt überwinden sie ihre Angst und finden eine Sprache, die alle berührt. Ihre Botschaft wird zum Flächenbrand, der die ganze Welt überzieht und bis heute Menschen entflammt, zu Zeugen Christi zu werden. (Max Kronawitter, katholischer Theologe und Filmemacher)

Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer (siehe Bibelkunde auf Seite 27), die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. (Apg 2,1–11)

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Pfingsten

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