Glaube und Kirche tun gut Was hilft im Trauerfall?

18.11.2019

Vielleicht waren Sie am Wochenende am Friedhof. Es war Volkstrauertag – einer der vielen Totengedenktagen im November. Oder sie haben einen Menschen verloren und waren auf einer Beerdigung. Gut, wenn man dabei nicht alleine ist.

Tröstende Hände
Tröstende Hände © Peter Maszlen - stock.adobe.com

Wir haben einen Todesfall in der Familie. Auch wenn es leider zum Leben dazu gehört, dass ein Mensch mit 88 Jahren stirbt, ist es trotzdem einfach nur traurig. Man verliert den Vater, den Opa, den Ehemann, den guten Freund, den Nachbarn.

Ein liebes Wort wirkt Wunder

Wer so etwas noch nicht selbst erlebt hat kann nicht erahnen, wie gut es tut, wenn man in dieser Situation nicht allein ist. Ein Beileidsschreiben, das man nicht erwartet hat. Der Anruf von den Kollegen der freiwilligen Feuerwehr, die unbedingt den Sarg tragen wollen. Ein liebes Wort an der Supermarktkasse, die Nachbarin, die einen Topf selbstgekochte Suppe vorbeibringt. Ja – und auch das Gespräch mit dem Seelsorger und Pfarrer.

Glaube spendet Trost

Der Pfarrer ist neu im Ort, kannte den Verstorbenen nicht persönlich. Aber in dem Gespräch wird schnell klar: Er möchte sich über diesen Menschen ein Bild machen, möchte die Beerdigung so gestalten, dass sich Gemeinde angesprochen fühlt. Er möchte da sein, wenn die Worte fehlen, Trost spenden, da wo es eigentlich keinen gibt. Er sagt uns, Gott ist bei uns und der Mensch, den wir verloren haben, ist jetzt sicher und gut aufgehoben.

In Zeiten, in denen sich viele Menschen – auch ich – mit ihrer Amtskirche schwer tun, habe ich es mal wieder gespürt. Mein Glaube hilft, wenn ich nicht mehr weiterweiß. Er tröstet und schenkt Hoffnung: Manchmal tut Kirche einfach richtig gut.

Die Autorin
Tanja Bergold
Leiterin Programmentwicklung im Münchner Kirchenradio
t.bergold@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Tod und Sterben

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