Krippenbauschule Garmisch-Partenkirchen Weihbischof Bischof baut eigene Krippe

24.08.2020

In den vergangenen Tagen war Hochsommer. Weihnachten scheint da für die meisten Menschen in weiter Zukunft zu liegen. Nicht so für Weihbischof Wolfgang Bischof und zwei weitere Männer: Sie haben Krippen gebaut und einen „Heiligabend“ gab es auch.

Weihbischof Bischof arbeitet mit de Bohrer in der Hand an seiner Krippe
Weihbischof Bischof beim Bau seiner orientalischen Krippe. © Kiderle

Garmisch-Partenkirchen – Das Ende eines Kurses ist für Krippenbaumeister Martin Königsdorfer immer ein kleiner Heiligabend: „Das Leuchten in den Augen, wenn die Teilnehmer sehen, was sie geschaffen haben: Das ist wie kleine Kinder, die den Christbaum leuchten sehen.“ Auch den drei Männern des aktuellen Kurses in der Krippenbauschule in Garmisch-Partenkirchen war diese Freude über ihre fertigen Krippen anzusehen. Unter ihnen war auch Weihbischof Wolfgang Bischof. „Schön geworden“, das hat er gedacht, als er seine selbst gebaute orientalische Krippe vor sich stehen sah. Für ihn sei es wichtig gewesen, dass die Heilige Familie im Mittelpunkt des Geschehens stehe und es viel Platz für das Geschehen gebe. Die Figuren, die ihn zu dieser Darstellung inspiriert haben, entstammen aus einer alten Krippe seiner Eltern. Diese seien sehr schematisch, sodass er sie gerne in ein filigraneres Umfeld setzten wollte, erklärte er seine Entscheidung für diese Krippendarstellung.

Schreiner, Maler, Architekt und Künstler

Nachdem mithilfe des Krippenbaumeisters ein Plan gezeichnet wurde, entstand die Krippe Schritt für Schritt. Dazu wurden rosafarbene Styroporplatten zurechtgeschnitten und zusammengesetzt, diese bekamen anschließend eine Struktur und wurden mit dem Pinsel bearbeitet. Man sei Schreiner, Maler, Architekt und Künstler, fasst Weihbischof Wolfgang Bischof die verschiedenen Tätigkeiten zusammen.  Wer die fertige Krippe vor sich stehen sieht, kann sich kaum vorstellen, dass der größte Teil aus Styropor besteht. Von der Farbe Rosa ist nichts zu sehen und die Krippe sieht sehr naturgetreu aus. Handwerkliches Arbeiten liegt Bischof, denn er ist Hobbybastler und arbeitet gerne mit Holz. Wenn er nicht Pfarrer geworden wäre, wäre er jetzt Schreiner, ist sich Bischof sicher.

Den Glauben nach Hause bringen

Ein besonderes handwerkliches Geschick sei für den Krippenbau aber nicht notwendig, sagt Krippenbaumeister Königsdorfer. Er leitet das ganze Jahr über Kurse und für ihn ist beim Krippenbau etwas anderes entscheidend: „Die Intention muss stimmen“. Man sollte Freude am Glauben haben und sich mit seiner Krippe auseinandersetzen, denn „es geht darum, den Glauben nach Hause zu bringen“. Und anders als beim Eisenbahnbau gehe es auch nicht um eine maßstabgerechte Nachbildung, sondern es würde ein Bühnenbild erschaffen

Meditatives Arbeiten

Drei Tage haben Weihbischof Bischof und seiner zwei Mitstreiter an ihren Krippen gebastelt. Die Arbeit beschreibt Bischof teilweise als meditativ: „Da ist man in Gedanken bei dem, was da geschieht“. Aber natürlich wurde sich auch ausgetauscht und gelacht. So entstanden neben der orientalischen Krippe des Weihbischofs auch eine alpenländische Krippe und eine aus Naturmaterialien. Jede ganz individuell vom Teilnehmer durchdacht. In ein paar Monaten bilden die Krippen dann die Bühne für das weihnachtliche Geschehen. Weihbischof Bischof weiß auch schon, wo seine ihren Platz findet: „In der Diele, sodass Besucher gleich begrüßt werden.“

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de


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