Graf zu Stolberg in Indien Weihbischof: Christen auch als Minderheit wirksam

07.02.2018

Nur zwei Prozent aller Inder sind Christen. Dennoch haben sie Weihbischof Graf zu Stolberg bei seinem Besuch dort nachhaltig beeindruckt.

Der Münchner Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg (rechts) und der Freiburger Erzbischof Stephan Burger bei ihrem Besuch in Indien.
Der Münchner Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg (rechts) und der Freiburger Erzbischof Stephan Burger bei ihrem Besuch in Indien. © Misereor

Bangalore/München – Christen können laut dem Münchner Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg auch als Randgruppe gesellschaftlich viel bewirken. Stolberg sagte bei einem Indien-Besuch im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), er sei "sehr beeindruckt, wie eine so kleine Minderheit - nur zwei Prozent aller Inder sind Christen - Sauerteig sein kann in einer Gesellschaft". Wie sie mit ihrer Arbeit weit über die eigene Religion hinaus in die ganze Gesellschaft hinein wirke und für alle sehr viel Gutes tue, etwa im Bildungsbereich oder in vielen sozialen Projekten.

Der Weihbischof war im südindischen Bangalore, um sich auf die Fastenaktion 2018 von Misereor vorzubereiten. Die Aktion wird am 18. Februar sowohl in München als auch in Neu-Delhi eröffnet. Denn erstmals veranstaltet das katholische Entwicklungshilfswerk seine Aktion gemeinsam mit der Kirche in Indien.

Besuch in Südindien
Besuch in Südindien © Misereor

Kein Grund, zu jammern

Stolberg ergänzte, die Botschaft, dass Christen auch als Minderheit wie ein Sauerteig wirken könnten, nehme er mit für die Gemeinden zu Hause. "Wir klagen oft darüber, dass wir weniger werden als Katholiken, als Christen in unserer Gesellschaft. Aber Indiens Katholiken zeigen uns, dass das kein Grund ist, zu jammern und den Kopf in den Sand zu stecken." Auch wenn man weniger werde, könne man doch weiter in die Gesellschaft hineinwirken, vieles bewegen und auch verändern zum Guten, sagte der Weihbischof. (KNA)


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