Situation der Landwirte Weihbischof Haßlberger besucht Bauernhof

06.10.2017

Flächenfraß, Klimaveränderung und die zunehmend industrialisierte Landwirtschaft: Darüber hat das Ehepaar Keilhacker aus Langrain mit Weihbischof Haßlberger gesprochen. Danach folgte ein Rundgang über den Hof.

Weihbischof Haßlberger beim Gang über den Hof.
Weihbischof Haßlberger beim Gang über den Hof. © umeyer

Langrain – „Bei schönem Wetter können wir bis nach Ruhpolding schauen, in den Geburtsort unseres Weihbischofs“, freuen sich die Eheleute Rita und Anton Keilhacker aus Langrain, die kürzlich auf ihrem Hof hohen Besuch empfangen durften. Weihbischof Bernhard Haßlberger reiste mit Johann Mayer, dem Vorsitzenden der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) sowie weiteren Ehren- und Hauptamtlichen der KLB und der Landpastoral in die Gemeinde Reichertsheim. Auf 600 Metern Höhe liegt dort der Milchviehbetrieb der Familie Keilhacker. Zwei Generationen bewohnen das idyllisch gelegene Anwesen. Wie Weihbischof Bernhard Haßlberger betonte, ist es der Kirche ein großes Anliegen, Kontakt zur Landbevölkerung und zum Bauernstand zu halten. Der Weihbischof und seine Delegation wollten einen Einblick über die Situation der Landwirte gewinnen.

Erhalt der Schöpfung wird vernachlässigt

Mit dem Kinderlied „Wenn im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt“ hat das heutige Leben der Landwirte natürlich nicht mehr viel zu tun, das weiß Anton Keilhacker und beklagt: „Bei der zunehmend industrialisierten Landwirtschaft geht es nur noch um Gewinn und nicht mehr um den Erhalt der Schöpfung.“ Die Keilhackers gehören mit ihren 60 Milchkühen samt der weiblichen Nachzucht noch zu einem überschaubaren Betrieb. „Wir sind mit unserem Leben und unserer Arbeit zufrieden, wenn es auch nicht immer einfach ist“, so Bäuerin Rita Keilhacker. Ihre Felder bewirtschaftet die Familie ausschließlich für den Eigenbedarf.

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Weihbischof Haßlberger mit Katze Lilliy und Johann Mayer, Vorsitzender der Katholischen Landvolkbewegung.
Weihbischof Haßlberger mit Katze Lilliy und Johann Mayer, Vorsitzender der Katholischen Landvolkbewegung. © umeyer

In diesem Zusammenhang diskutierten die Besucher in der guten Stube der Keilhackers dann auch über den so genannten Flächenfraß. Also darüber, wie viel täglich verbaut wird. „Boden ist nicht vermehrbar“, gibt der Weihbischof zu bedenken und erwähnte dabei die Broschüre vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz „Der bedrohte Boden“, die sich mit diesem Thema ausführlich befasst. In Bayern verschwinden täglich rund 18 Hektar Land unter Beton und Asphalt. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Das ganze Jahr sind Schäden im Wald zu beseitigen

Auch die Klimaveränderung, sprich die zunehmend heißen Sommermonate, brachte Anton Keilhacker, der zusätzlich Waldwirtschaft betreibt, zur Sprache: „Die Fichten vertragen langanhaltende Hitze schlecht. Sie werden schwach und dienen so als Brutstätte für den Borkenkäfer.“ Der Bauer muss daher jetzt nicht nur wie gewohnt im Winter, sondern auch im Sommer im Wald arbeiten, um Schäden zu beseitigen. Nach all den schwierigen Themen lud das Ehepaar Keilhacker mit Sohn Stefan und Schwiegertochter Kristina Weihbischof Bernhard Haßlberger und seine Begleitung zu einem ausgedehnten Rundgang über den Hof ein. Der Weihbischof hielt sich lange im Stall auf und interessierte sich besonders für den Melkroboter. Dann nahm der Geistliche noch Katze Lilly auf den Arm. „Ich hab die Kleine mit der Hand aufgezogen“, erzählt die stellvertretende Kreisbäuerin Kristina Keilhacker ein bisschen stolz. Es scheint gut gelungen zu sein. Und mit den Streicheleinheiten eines Weihbischofs wird Katze Lilly bestimmt weiterhin bestens gedeihen. (UMeyer)


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