Klassisches Datum für Erstkommunion Weißer Sonntag – was ist das?

06.04.2018

Der Weiße Sonntag wird am ersten Sonntag nach Ostern begangen

Die Farbe Weiß steht oft für Erleuchtung, Unschuld und Einfachheit.
Die Farbe Weiß steht oft für Erleuchtung, Unschuld und Einfachheit. © AdobeStock/jakkapan

Der erste Sonntag nach Ostern wird in der katholischen Kirche als Weißer Sonntag begangen. Als klassisches Datum für die feierliche Erstkommunion ist er erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt. Der Name leitet sich von den weißen Gewändern ab, die die Neugetauften in der Frühzeit des Christentums trugen.

Als sichtbares Zeichen für das empfangene Taufsakrament sollten die Gewänder die Reinigung durch das Taufwasser versinnbildlichen und ein Zeichen für den in Christus neu geborenen Menschen sein. Ab dem siebten Jahrhundert trugen die erwachsenen Täuflinge die weißen Kleider von Karsamstag oder dem Ostertag an - den üblichen Taufterminen - acht Tage lang, die sogenannte "Weiße Woche".

Termin für Erstkommunion erstmals in Luzern

Erstmals als Termin für die Erstkommunion wurde der Weiße Sonntag 1673 im schweizerischen Luzern erwähnt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es bischöfliche Anweisungen, die Erstkommunion an diesem Tag zu feiern. Die Wahl dieses Termins wurde empfohlen, da in der Erstkommunionfeier die Erneuerung der Taufe und das bewusste Sich-Eingliedern in die christliche Gemeinde gesehen wurde.

Heute feiern viele Gemeinden die Erstkommunion nicht mehr am Weißen Sonntag. Häufig werden dafür auch organisatorische Gründe genannt, insbesondere in Großpfarreien mit mehreren Erstkommunionfeiern in den einzelnen Kirchen. (kna)

Die Farbe Weiß

Weiß hat in vielen Kulturen eine starke symbolische Kraft. Und eine meist sehr positive Bedeutung. Das Weiß steht für Erleuchtung, Reinheit, Unschuld, Einfachheit, Frische und einen neuen Anfang. Weiß ist in vielen Kulturen die Farbe der Götter. Im Hinduismus sind weiße Rinder heilig, in Thailand die weißen Elefanten. Zeus erschien Europa als weißer Stier, Christus ist das weiße Lamm Gottes, und den Heiligen Geist symbolisiert eine weiße Taube. Auch Priester indischer und japanischer Religionen sind ganz in weiß gekleidet, und der katholische Priester trägt unter seinem Talar ein weißes Untergewand, die sogenannte Albe. An den wichtigsten kirchlichen Feiertagen wie an Ostern ist auch das Obergewand weiß - ein Zeichen besonderer Festlichkeit. (kna)


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