Bistum Eichstätt Weitere Rückzahlungen im Finanzskandal

07.01.2020

Es ist ein Teilerfolg bei der Schadensbegrenzung des Finanzskandals: Das Bistum erhält gut 3,8 Millionen Euro zurück.

Der Eichstätter Dom von unten fotografiert
Der Eichstätter Dom © imago images / imagebroker

Eichstätt – Das Bistum Eichstätt hat bei der Schadensbegrenzung im Finanzskandal einen weiteren Teilerfolg verbucht. Es erhielt vergangenes Jahr 4,3 Millionen US-Dollar - umgerechnet gut 3,8 Millionen Euro - zurück. Die Bistumspressestelle bestätigte am Dienstag auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des "Donaukuriers". Dabei handele es sich um Rückzahlungen fälliger Darlehen aus den USA. Zudem gebe es eine außergerichtliche Einigung mit einem der beiden betroffenen Immobilien-Entwickler. Zwar seien noch Formalien abzuhandeln, aber man erwarte von ihm in der ersten Jahreshälfte 2020 eine weitere Rückzahlung von nochmals 4,3 Millionen Dollar.

Diözese will Skandal "vollumfänglich" aufklären

Insgesamt habe man nun rund zwölf Millionen Dollar an Darlehen zurückbekommen, hieß es weiter. Offen seien jetzt noch Zahlungen von etwa 48 Millionen Dollar. Generalvikar Michael Huber ergänzte gegenüber dem "Donaukurier", die Diözese sei weiterhin "vollumfänglich" an einer Aufklärung des Skandals interessiert. Eine strafrechtliche Aufarbeitung sei "unabdingbar". Man unterstütze die Ermittler "mit allen nötigen Informationen". Die Bistumspressestelle fügte an, man harre derweil der Dinge, was die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft betreffe.

Finanzskandal kam 2018 ans Licht

Die auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Staatsanwaltschaft München II ermittelt seit Juli 2017 gegen den früheren stellvertretenden Finanzdirektor des Bistums und einen seiner Geschäftspartner in den USA unter anderem wegen Untreue und Bestechung. Mittlerweile gibt es laut "Donaukurier" insgesamt fünf Beschuldigte. "Die Ermittlungen ziehen sich, weil wichtige Informationen im Wege der Rechtshilfe in den USA angefordert werden mussten", zitierte die Zeitung eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Das Bistum Eichstätt hat zwischen 2014 und 2016 Rücklagen in Höhe von fast 60 Millionen Dollar in hochriskante Darlehen für Immobilienprojekte in den USA gesteckt. Bischof Gregor Maria Hanke hatte den Finanzskandal Anfang 2018 publik gemacht. Bei einer von ihm veranlassten Überprüfung der Vermögensverwaltung der Diözese unter Einschaltung externer Experten war das fragwürdige Gebaren ans Licht gekommen. Die Diözese zeigte ihren damaligen stellvertretenden Finanzdirektor an. Als direkte Folge aus dem Skandal hat sie ihre Anlagerichtlinien überarbeitet. Die Investments werden nun von externen Dienstleistern verwaltet und regelmäßig geprüft. (kna)

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