Miteigentümer über Verlagsgruppe Weltbild soll Gewinne erwirtschaften

06.11.2013

Weltbild soll sich künftig ohne Zuschüsse wieder am Markt behaupten und Gewinne erwirtschaften. Das sagte der Geschäftsführer der Katholischen Soldatenseelsorge als Miteigentümer von Weltbild, Wolfgang Wurmb, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Berlin - Der neu aufgestellte kirchliche Weltbild-Konzern soll sich künftig ohne Zuschüsse wieder am Markt behaupten und Gewinne erwirtschaften. "Diesen Spagat zwischen kirchlichem Profil und Wirtschaftlichkeit muss Weltbild leisten", sagte Wurmb am Mittwoch in Berlin. Der kumulierte Umsatz des Konzerns wurde im vergangenen Jahr mit 1,6 Milliarden Euro angegeben. Im laufenden Jahr wurde noch keine Bilanz veröffentlicht. Die aktuelle Krise solle genutzt werden, um eine neue Eigentümerstruktur zu etablieren, erklärte Wurmb. Bislang waren 14 Gesellschafter, darunter 12 Bistümer sowie der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und die Soldatenseelsorge, an dem Versand- und Medienhaus beteiligt.

Ein Kapitalschnitt hat nun zu einer faktischen Enteignung der früheren Gesellschafter geführt. Der Verlust sei jedoch geringer als bisweilen vermutet, so Wurmb. Von den 130 Millionen Euro Eigentümerkapital seien lediglich 15 Millionen tatsächlich eingebrachtes Kapital gewesen. 115 Millionen Euro hingegen seien die Gewinne des Konzerns gewesen, die nicht ausgeschüttet worden sind, sondern in Form von sogenannten Genussscheinen den Eigentümern gutgeschrieben wurden und somit im Unternehmen verbleiben konnten.

Nach der Neuorganisation sollen deutlich weniger Anteilseigner Weltbild tragen. "Die kleinere und klarere Eigentümerstruktur vereinfacht die Entscheidungsprozesse und verbessert die Kommunikation untereinander sowie auch mit den Banken", erklärte Geschäftsführer Wurmb. Laut Medienberichten gilt es als wahrscheinlich, dass sich künftig neben dem Erzbistum München-Freising und der Soldatenseelsorge in Berlin auch das Bistum Eichstätt bei Weltbild als Gesellschafter engagiert. Mainz und Hildesheim haben finanzielle Unterstützung zugesagt.

Ein Sprecher des Erzbistums Freiburg sagte am Mittwoch auf Anfrage, man wolle an einer tragfähigen Lösung zur Zukunft von Weltbild mitarbeiten. Dieser Beitrag könne auch darin bestehen, "den größeren Anteilseignern nicht im Weg zu stehen". Noch seien aber keine endgültigen Entscheidungen gefallen. Das Erzbistum Freiburg hält nach Angaben seines Sprechers derzeit 2,68 Prozent am Unternehmen. (kna)

Kategorie: Aktuelles
ID: 10
Hauptkategorie: Aktuelles
ID: 10

Das könnte Sie auch interessieren

Weltbild 656 Mitarbeiter sollen in Auffanggesellschaft wechseln

Der Insolvenzverwalter der Verlagsgruppe Weltbild in Augsburg ist am Donnerstag vor die Belegschaft getreten. Seine Botschaft: Ein gutes Drittel der Augsburger Angestellten, also etwa 650 Mitarbeiter,...

20.03.2014

Geschäfte sollen weitergehen Bischöfe beschließen: 65 Millionen für Weltbild

Die katholischen Bischöfe haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen zur Unterstützung der insolventen Verlagsgruppe Weltbild verständigt. Sie beschlossen bis zu 65 Millionen Euro für das Unternehmen...

28.01.2014

Weltbild-Insolvenz Erzbistum München und Freising unterstützt mit 20 Millionen Euro

Laut einem Zeitungsbericht wollen die Bistümer München und Freising und Augsburg Arbeitsplätze bei Weltbild retten. Offenbar wollen sie Gelder in Höhe von 35 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das...

24.01.2014

Nach Weltbild-Insolvenz Marx weist Vorwürfe gegen Kirche zurück

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat Vorwürfe gegen die Kirche hinsichtlich der Führung des Weltbild-Konzerns zurückgewiesen. Er stellte den Angestellten der Verlagsgruppe umfangreiche Hilfen...

13.01.2014

Verlagsgruppe Weltbild Alt-Eigentümer müssen 130 Millionen Euro abschreiben

Eine Insolvenz der Verlagsgruppe Weltbild scheint laut einem Zeitungsbericht vorerst abgewendet. Es gebe Kapitalzusagen in Höhe von rund 60 Millionen Euro. Gleichzeitig hätten die Gesellschafter bei...

04.11.2013

Deutsche Bistümer stoppen Zahlungen Verlagsgruppe Weltbild insolvent

Der zweitgrößte Buchhändler Deutschlands steht vor dem Aus: Die Verlagsgruppe Weltbild hat nach Gewerkschaftsangaben einen Insolvenzantrag gestellt. Die deutschen Bistümer haben ihre Kapitalzusagen in...

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren