bücher.de Weltbild übernimmt Onlinebuchhändler

27.08.2014

Die Verlagsgruppe Weltbild hat den Onlinebuchhändler buecher.de komplett übernommen. Das Unternehmen vertraue auf das Potenzial des Geschäftsmodells. Über den Kaufpreis wird geschwiegen.

Weltbild setzt auf den Onlinebuchhandel. Bild: imago)

Augsburg - Der Onlinebuchhändler bücher.de geht komplett an Weltbild. Das Augsburger Unternehmen wolle die restlichen Anteile der Axel Springer SE in Höhe von 33,3 Prozent übernehmen und so künftig 100 Prozent von bücher.de halten, teilte Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Mittwoch mit. Das Kartellamt müsse noch zustimmen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Bereits vor seiner Insolvenz hatte der Augsburger Medienkonzern im vergangenen Jahr von Holtzbrinck ein Drittel der Anteile an bücher.de übernommen. Weltbild hatte den Onlinebuchhändler mit den anderen Partnern im Jahr 1999 gegründet.

Man vertraue auf das Potenzial des Geschäftsmodells von bücher.de, erklärte Geiwitz. "Die Übernahme trägt der zunehmenden Verlagerung des Buchhandels in Richtung Internet Rechnung." Das Geschäft des Onlinebuchhändlers hat sich nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren ständig positiv entwickelt. 2012 sei erstmals ein Umsatz von über 50 Millionen Euro erzielt worden. "Mit der kompletten Übernahme durch Weltbild bekommt bücher.de einen Alleingesellschafter, der die langfristige Ausrichtung des Unternehmens weiter unterstützt", sagte bücher.de-Geschäftsführer Gerd Robertz.

Anfang August hatte die Droege Group die insolvente Verlagsgruppe Weltbild mehrheitlich gekauft. Die Düsseldorfer Firma übernahm zunächst 60 Prozent der Anteile, Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hält die restlichen 40 Prozent im Auftrag der Gläubiger. Weltbild gehörte zuvor zwölf katholischen Bistümern in Deutschland, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin.

Im Januar hatte die damalige Geschäftsleitung bei den Eigentümern überraschend einen kurzfristig massiv erhöhten Finanzierungsbedarf angemeldet. Daraufhin leiteten die Gesellschafter den Ausstieg aus dem Unternehmen ein. Weltbild musste Insolvenz anmelden. Zugleich kündigte die Kirche an, mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag soziale Härten unter den Mitarbeitern abfedern zu wollen. Dies geschieht unter anderem durch finanzielles Engagement in Transfergesellschaften und für Abfindungen. (kna)


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