70 Geschäfte betroffen Weltbild verkauft knapp die Hälfte seiner Filialen

16.02.2015

Die Augsburger Weltbild-Gruppe hat etwa die Hälfte ihrer Filialen verkauft. Aufgrund der zu hohen Struktur- und Mietkosten seien etwa 70 Filialen an eine mittelständische Buchhandelskette aus Ahaus gegangen, teilte das Unternehmen mit. Die betroffenen Mitarbeiter würden vom neuen Eigentümer übernommen, ihre Arbeitsverträge fortgeführt.

Weltbild-Filiale in München (Bild: Sankt Michaelsbund)

Augsburg - Der Gesamtbetriebsrat von Weltbild Plus muss dem Verkauf noch zustimmen. Beim Augsburger Unternehmen verbleiben demnach etwa 75 Filialen in Deutschland. Gleichzeitig wolle man in den kommenden Jahren jeweils zehn neue Läden an interessanten Standorten eröffnen.

Mit dem Verkauf der 70 Filialen stelle das Unternehmen eine Säule des Geschäfts für die Zukunft neu auf, sagte Geschäftsführer Patrick Hofmann. Die geplanten neuen Läden seien ein klares Bekenntnis zum Geschäft stationärer Buchhandlungen im Rahmen einer Strategie mit mehreren Verbreitungskanälen. "Wir sind künftig an guten Standorten vertreten und stehen damit betriebswirtschaftlich auf einem guten Fundament." Stärker positioniert werden sollen Alleinstellungsmerkmale von Weltbild, etwa eigene Buchsonderausgaben.

Die Verkaufsentscheidung habe keine Folgen für die Auslandsbeteiligungen sowie alle weiteren Gesellschaften der Weltbild-Gruppe, hieß es. Das Unternehmen, das bis zum vergangenen Jahr zwölf katholischen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin gehörte, hatte Anfang Januar 2014 Insolvenz angemeldet. Damals betrieb Weltbild noch etwa 300 Filialen. Im Sommer übernahm die Droege Group aus Düsseldorf die Mehrheit. Nachdem bereits während der Insolvenz mehr als 1.000 Stellen wegfielen, stehen aufgrund schlechter Zahlen etliche weitere Arbeitsplätze auf der Kippe. (kna)

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