Trotz Insolvenzgerüchten Weltbild will ab 2015 wieder schwarze Zahlen schreiben

19.09.2013

Seit Jahren ist die Verlagsgruppe Weltbild in den Schlagzeilen. Zuletzt kursierten Insolvenzgerüchte, gegen die sich das Unternehmen entschieden wehrte. Nun gibt es anscheinend einen Lichtblick.

Weltbild-Filiale in München (Bild: Sankt Michaelsbund)

Augsburg - Die Verlagsgruppe Weltbild will ab 2015 wieder schwarze Zahlen schreiben. Aus ihrer Sicht sei "der Fortbestand von Weltbild sicher", erklärte die Geschäftsführung der katholischen Verlagsgruppe am Donnerstag bei einer Betriebsversammlung in Gersthofen bei Augsburg. Die Führungsspitze war dabei bemüht, die Aufregung nach den jüngsten Schlagzeilen um eine angeblich bevorstehende Insolvenz zu dämpfen.

Die gegenwärtigen Verhandlungen um eine Refinanzierung brauchten "Zeit, Ruhe und Sorgfalt", heißt es in dem Statement. Daraus sollte man "keine Aufgeregtheiten ableiten". Der Ausbau des Online- und Digitalgeschäfts sei dank Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe schon sehr weit fortgeschritten und werde vom Aufsichtsrat mitgetragen. In diesem und im kommenden Jahr werde dies zu "vorübergehenden, geplanten Verlusten" führen. Kernkompetenz des Unternehmens seien Bücher und andere Medien. Warenangebot, Service und Vertriebswege würden an das veränderte Einkaufsverhalten zügig angepasst. Das neue Geschäftsmodell werde "von Katalog und Filialen weiterhin flankiert".

Weltbild ist mit 6.800 Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro eines der größten Medienhandelshäuser in Deutschland. Es gehört zwölf katholischen deutschen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Im Sommer 2012 beschlossen die Eigentümer, ihre Anteile in eine kirchliche Stiftung zu überführen. Dies ist bis heute nicht umgesetzt.

Nach unbestätigten Medienberichten fühlen sich einige Diözesen nicht mehr an den Beschluss gebunden und betreiben den Verkauf. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke äußerte sich am Mittwochabend gegenüber Journalisten skeptisch zur Umsetzung der Stiftungslösung. Er habe für diese Idee von Anfang an geworben, doch dann sei sie "lange auf der Halde" gelegen, sagte Hanke. "Nun muss man sehen, ob das noch realisierbar ist." Eichstätt hält 3,4 Prozent der Weltbild-Anteile. Am 25. September findet während der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda die nächste Weltbild-Gesellschafterversammlung statt. (kna)


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