Ruhpoldinger Familie bei Benedikt XVI. Wenn Wünsche in Erfüllung gehen

05.07.2019

Evelyn und Martin Schmid aus Ruhpolding wurden zum dritten Mal vom emeritierten Papst Benedikt XVI. in Audienz empfangen - gemeinsam mit ihren Drillingssöhnen.

Evelyn und Martin Schmid aus Ruhpolding führten gemeinsam mit ihren drei Söhnen Georg, Benedikt und Rupert (hinten von links) ein persönliches Gespräch mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI.
Evelyn und Martin Schmid aus Ruhpolding führten gemeinsam mit ihren drei Söhnen Georg, Benedikt und Rupert (hinten von links) ein persönliches Gespräch mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI. © Erzbischof Gänswein

Ruhpolding – „Es war eines unserer schönsten Erlebnisse“, schwärmen die Drillinge Georg, Benedikt und Rupert Schmid aus Ruhpolding (Dekanat Traunstein) von ihrer Privataudienz bei Benedikt XVI. Der emeritierte Papst nahm sich in den Vatikanischen Gärten viel Zeit, um mit den drei Buben sowie ihren Eltern Evelyn und Martin ein persönliches Gespräch zu führen. Schließlich freut sich Benedikt XVI. immer wieder über Besuch aus seiner bayerischen Heimat.

Auch Evelyn und Martin Schmid werden diesen Tag sicher nicht mehr vergessen. Damit ging ein besonderer Wunsch ihrer Söhne in Erfüllung, denn die mittlerweile begeisterten Ministranten der Pfarrei St. Georg hatten sich zu Weihnachten einen gemeinsamen Aufenthalt in der Ewigen Stadt erbeten – für die Eltern war es bereits die dritte Romreise seit ihrer Hochzeit.

Päpstlicher Segen für die Ehe

Im Herbst 2006 waren die Ruhpoldinger aus Anlass des 250-jährigen Jubiläums des Georgivereins in der Ewigen Stadt, ein unvergessliches Ereignis. Das jung vermählte Paar durfte damals nämlich bei der Papstaudienz in der ersten Reihe Platz nehmen und mit Papst Benedikt XVI. sprechen. Dieser wünschte den Schmids viel Glück und Gottes Segen für ihre Ehe. Dieser päpstliche Segen wurde 2008 mit Kinderglück erhört – und das gleich dreifach. Evelyn Schmid brachte kerngesunde Drillinge zur Welt. Passenderweise heißt der Erstgeborene nach dem Ruhpoldinger Pfarrpatron Georg, der Mittlere wurde nach dem „bayerischen Papst“ Benedikt genannt und der „Jüngste“ bekam den Namen Rupert, nach dem Gründer und Patron des Fürstbistums Salzburg, zu dem Ruhpolding lange Zeit gehörte.

Benedikt XVI. war von den Drillingen begeistert

Die Zukunft meinte es weiterhin gut mit der Familie. 2010 waren Evelyn und Martin Schmid wieder zur Papstaudienz in Rom, diesmal mit ihren drei Söhnen, und saßen wiederum in der ersten Reihe, ganz oben, wo nur geladene Gäste Platz nehmen dürfen. Als der Pontifex damals bei seinem Audienzrundgang zur Familie Schmid kam, erkannte er die Eltern wieder und war von den Drillingen ganz begeistert. Wie es sich für eine bayerische Familie gehört, waren alle in Tracht erschienen, die Buben noch dazu in kurzen Lederhosen. Papst Benedikt nahm sich Zeit für ein ganz persönliches Gespräch mit den Ruhpoldingern, segnete schließlich die Drillinge und schenkte ihnen je einen Rosenkranz. Sogar die vatikanische Presse fand damals derart Gefallen an der Anwesenheit der Familie, dass der „Osservatore Romano“ ihr einen großen Artikel widmete.

Die drei Buben wollten „ihren Papst“ wiedertreffen

Dieses Ereignis hat sich wohl tief in das Gedächtnis eingeprägt. Die drei Buben wollten jetzt bei einem Besuch in Rom und im Vatikan auch „ihren Papst Benedikt“ wiedertreffen. Bei ihren Eltern stießen sie mit diesem Wunsch auf offene Ohren. Sie schenkten ihnen zu Weihnachten eine Romreise. Dabei ergab es sich, dass auch Benedikt XVI. die Familie Schmid wiedersehen wollte. An der Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten erwartete er die fünf Ruhpoldinger und nahm sich viel Zeit für ein ausführliches Gespräch.

Besonders interessierten und begeisterten den Papa emeritus die mitgebrachten Fotos, die zum Beispiel die Ministrantenaufnahme der Drillinge in der Pfarrei St. Georg im vergangenen Jahr dokumentieren. „So viele neue Ministranten habt’s ihr in Ruhpolding!“, freute sich Benedikt XVI. Großen Gefallen fand er auch an den Bildern, die die „Schmidein“ beim Dienst am Altar zeigen. Mit einem Segen für die ganze Familie, der Überreichung von Rosenkränzen und einem gemeinsamen Gebet endete die Privataudienz.

Anzufügen wäre noch, dass die Ruhpoldinger Familie einen Tag zuvor die Gelegenheit hatte, an der Generalaudienz bei Papst Franziskus teilzunehmen. Und auch hier meinte es die göttliche Fügung gut mit ihr. Den Schmids wurde wieder ein Platz in der ersten Reihe zugewiesen, sodass die fünf auch Gelegenheit hatten, mit dem amtierenden Papst einige persönliche Worte zu wechseln und von ihm ebenfalls Rosenkränze als Geschenk überreicht bekamen. (Hannes Burghartswieser)


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