Sebastian Frankenberger auf Redaktionsbesuch "Wer keine Kirchensteuern zahlt, soll eine Sozialsteuer entrichten"

31.07.2013

Die Bürger sollen mehr Verantwortung übernehmen: Der Bundesvorsitzende der Ökologisch Demokratischen Partei (ÖDP), Sebastian Frankenberger fordert eine Sozialsteuer für alle Deutschen, die keine Kirchensteuern bezahlen.

Der Bundesvorsitzende der ÖDP, Sebastian Frankenberger, im Gespräch (Bild: Sankt Michaelsbund)

„Dann zahlt ihr aber bitte etwas anderes, mit dem soziale Projekte gefördert werden“, sagte der Niederbayer bei einem Redaktionsbesuch beim Sankt Michaelsbund in München. Frankenberger sei sich bewusst, dass Kritiker daran zweifeln würden, was mit der Kirchensteuer gezahlt werde. Aber die Kirche setze sich bis heute für soziale Belange und die Menschen in Deutschland ein.

Außerdem sprach sich der Initiator des Volksbegehrens „Für echten Nichtraucherschutz!“ für eine stärkere basisdemokratische Beteiligung der Bürger auf Landes- und Bundesebene aus. Nur wenn sich die Menschen besser einbringen könnten, würden sie auch automatisch mehr Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen und Engagement zeigen.

Frankenberger selbst leite seine Motivation, Politik zu betreiben, aus seinem eigenen christlichen Glauben ab, der nahe an den Worten Jesu in der Bibel ausgerichtet sei. „Theologe ist nach wie vor mein absoluter Traumberuf“, sagte Frankenberger über seinen Werdegang. Er wolle den Menschen andere Zugänge zum Leben eröffnen, zumal Spiritualität und Werte der Gesellschaft leider abhanden gekommen seien: „Das alles sehe ich vereint im Theologen, der in der Jugendarbeit tätig sein und auch mystische Momente schaffen kann“, so Frankenberger weiter. Frankenberger hat Religionsunterricht an Realschulen gegeben und betreut bis heute Ministrantengruppen in Passau.

Der Besuch ist Teil einer Reihe von Redaktionsgesprächen mit Vertretern der Parteien, die im Herbst bei der Landtagswahl in Bayern antreten. In den beiden Ausgaben der Münchner Kirchenzeitung im Vorfeld der Wahlen erscheint eine Übersicht der kirchenpolitischen Standpunkte der zur Wahl stehenden Parteien. Sebastian Frankenberger ist 2004 von der CSU zur ÖDP gewechselt und wurde 2010 zum Bundesvorsitzenden gewählt. Bekannt wurde er 2009 als Initiator des erfolgreichen, aber umstrittenen Volksbegehrens „Für echten Nichtraucherschutz“ in Bayern. (acs)


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