Bayerische Kircheng'schichtn Wie ein Unterfranke die lauteste Orgel der Welt erfunden hat.

06.10.2013

Sie kann einer Taifunsaison standhalten und ist mehrere Kilometer weit zu hören: Die lauteste Orgel der Welt steht im südkoreanischen Yeosu. Erfunden und gebaut hat sie aber ein bayerischer Orgelbauer: Thomas Hey aus Urspringen. Elisabeth Schmidt hat ihn in seiner Werkstatt besucht.

70 Meter ragt "Sky Tower" in die Höhe. Drum herum schlängeln sich die Orgelpfeifen der "Vox Maris". (Bild: Thomas Hey)

Urspringen – Er musste lange suchen, bis er einen passenden Gehörschutz gefunden hat, um die lauteste Orgel der Welt zu stimmen, erzählt Thomas Hey im Gespräch mit den Münchner Kirchennachrichten. Ganze 138,4 Dezibel bringt das Instrument zustande – etwa die Lautstärke eines startenden Düsenjets!

Thomas Hey stammt aus dem unterfränkischen Urspringen vor der Rhön. Dort erhielt das 300 Jahre alte Familienunternehmen vor zwei Jahren einen Anruf von einem Professor aus Südkorea. Er fragte Hey, ob er sich vorstellen könne, eine Freiluft-Orgel zu bauen, die einer Taifunsaison mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h standhalten könnte und außerdem mehrere Kilometer weit zu hören sei – das alles für die Expo 2012 im südkoreanischen Yeosu. „Zuerst habe ich gedacht, das ist ein verrückter Professor und eine verrückte Aufgabenstellung“, erinnert sich Hey lachend. Dann hat der Orgelbauer die Herausforderung aber angenommen, und entwickelte mit seinem Team neue, widerstandsfähige Pfeifen, die zudem das maritime Flair und das Motto der Expo, „The living ocean and coast“, klanglich widerspiegeln. Orientiert hat sich Hey dabei am Prinzip der Dampfpfeife – und tatsächlich klingt die Orgel mit dem Namen „Vox Maris“ (Stimme des Meeres) wie die Schiffshupe eines Mississippidampfers, trotz ihrer Lautstärke aber sehr sanft.

Gefreut hat sich Thomas Hey, dass seine Orgel auf der Expo ein breites Publikum begeistern konnte – für viele Besucher sei eine Orgel zuvor lediglich ein Kircheninstrument gewesen. Die „Vox Maris“ ist in Korea weiterhin aufgebaut, die Pfeifen schlängeln sich um den so genannten „Sky Tower“. Beide sollen zum Wahrzeichen der Südküste werden. Was dem unterfränkischen Orgelbauer bleibt, sind viele positive Erinnerungen und ein Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde. (es)

Mehr Infos zu Hey Orgelbau finden Sie hier.

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