Kloster Altomünster Wie geht es weiter nach der Schließung?

27.01.2017

Über 500 Jahre lang war der Orden der Birgitten in Altomünster ansässig. Jetzt, nach der Schließung des Klosters, beginnt die Planung für eine weitere Verwendung der Gebäude. In der Gemeinde müssen sich die Bürger erst an die neue Zeitrechnung gewöhnen.

Klosterkirche Sankt Alto und Birgitta in Altomünster.
Klosterkirche Sankt Alto und Birgitta in Altomünster. © SMB/Witte

Altomünster – Bedauern herrscht bei den Altomünsterern. Und ein wenig Resignation: Von „Schade“ bis „Da kann man nichts machen“. Viele sagen, dass sie sich mit dem langsamen Rückzug der Birgitten-Schwestern arrangiert hätten. Das sei ja nicht nur in Altomünster so, dass immer weniger Ordensleute in teils riesigen Klosterbauten lebten. Drei waren es in Altomünster in den letzten Jahren, eine von ihnen, die frühere Priorin Schwester Apollonia, hielt bis zuletzt die Stellung. Die Menschen in Altomünster treibt aber auch ein bestimmter Gedanke um: wird es gelingen, das doch recht große Gelände einer vernünftigen Nutzung zuzuführen? Befürchtungen werden laut, dass der Komplex mitten in der Ortschaft Altomünster verfallen könnte und eine Klosterruine zurückbleibt. Das Erzbistum München und Freising, das genau das verhindern möchte, ist aber fest entschlossen, das Birgittenkloster als geistlichen Ort zu erhalten. Dafür muss das Ordinariat in München aber viel Geld in die Hand nehmen: einen Betrag in „zweistelliger Millionenhöhe“ veranschlagt Generalvikar Dr. Peter Beer für die Sanierung der Gebäude und Konservierung der teils wertvollen Ausstattung.

Planungen für eine Nutzung

Im Ort Altomünster selbst beginnen jetzt die Planspiele für eine zukünftige Nutzung. Der Leiter des Museums Altomünster, Prof. Dr. Wilhelm Liebhart, spricht von „ernsthaften Überlegungen“, das Museum in das Klostergebäude zu übertragen. Naturgemäß werde das Museum ja in seiner Bedeutung wachsen, wenn das Kloster nicht mehr bewohnt werde. Liebhart kann sich gut vorstellen, die Exponate aus dem Museum mit den Kunstschätzen im Kloster (etwa 2000 Objekte) zu vereinigen. Im Augenblick ist das Museum noch in einem zweistöckigen Gebäude untergebracht, das aufwändig saniert worden ist. Hier erwarten den Besucher, liebevoll aufbereitet, die Geschichte des Birgittenorden in Europa und in Altomünster, Informationen in Wort und Schrift über 500 Jahre Klostergeschichte und viele Exponate von der Klosterkunst bis zum traditionellen Habit der Birgitten mit der auffälligen weißen Krone auf dem schwarzem Schleier. Sogar in eine nachgebildete, karg eingerichtete Klosterzelle können die Museumsbesucher einen Blick werfen. Und sie erfahren, was man sich heute kaum noch vorstellen kann: mehr als die Hälfte der Ortsbewohner stand noch im 18. Jahrhundert im Dienst des Klosters.

Kloster als Juwel für den Tourismus

Neben den Mauern dieses geschichtsträchtigen Konvents steht das Rathaus von Altomünster. Bürgermeister Anton Kerle ist direkter Nachbar der verwaisten Anlage und denkt jetzt nicht nur darüber nach, wie der Gebäudekomplex genutzt werden, sondern auch, wie das geistige Erbe der Birgitten bewahrt werden kann: die alteingesessenen Altomünsterer seien ja eng mit den Schwestern verbunden gewesen. Kerle kann sich vorstellen, gewisse historisch wichtige Teile des Klosters der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Hinblick auf den Tourismus spielt für den Bürgermeister das Kloster eine große Rolle. Hier habe sich in den letzten Jahren einiges getan. Und so könnte neben der wunderbaren Klosterkirche, der Quelle des heiligen Alto und dem Brauereimuseum das Kloster in touristischer Hinsicht „ein Juwel“ werden, so Kerle. (Willi Witte)

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Das bedeutet die Schließung des Klosters für den Ort Altomünster

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Klöster und Orden

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