Rechtsradikalismus Wieder Hassbotschaften an Kirchengebäuden

20.12.2019

Nachdem erst kürzlich Kirchen im ganzen Stadtgebiet beschmiert worden sind, ist nun auch eine kirchliche Jugendeinrichtung betroffen. Allerdings waren wohl ganz andere Täter am Werk.

Unkenntlich gemachte Schmierereien auf der Mauer des Salesianums.
Inzwischen sind die Symbole unkenntlich gemacht worden. © SMB/ Stöppler

München – Nachdem erst vor ein paar Wochen Kirchen in der ganzen Stadt beschmiert worden sind, ist nun auch das Salesianum, eine katholische Jugendeinrichtung, die von der Ordensgemeinschaft der Salesianern Don Bosco geführt wird, betroffen.

Am 11. oder 12. Dezember schmierten Unbekannte aber ganz andere Botschaften auf die Mauer: Hakenkreuze, SS-Runen und „Widerstand Süd“, ein Neonazi-Netzwerk, waren dort zu sehen. Der Ort ist sicherlich nicht zufällig gewählt, denn im Salesianum werden auch minderjährige Flüchtlinge betreut.

Pater Alfons Friedrich
Pater Alfons Friedrich © Caritas/ Thomas Klinger

„Das ist etwas was mich verstört, man schmiert Sachen an die Wände, die sich im absoluten Gegenverhältnis zur Lehre der Kirche verhalten“, erklärt Pfarradministrator Pater Alfons Friedrich (SDB), der auch für das Salesianum zuständig ist. Inzwischen wurden die Nazi-Symbole so gut es ging entfernt, aber der Schock bleibt. „Das Menschenverachtende können wir überhaupt nicht dulden.“

Bereits vor einigen Wochen hatte jemand "Demokratie angreifen" auf die Mauer gesprüht. Unbekannte hatten den Schriftzug zu "Mehr Demokratie wagen" geändert. Auch diese Schmiererei ist inzwischen unkenntlich gemacht worden.

Das Kommissariat 44, zuständig für politisch motivierte Kriminalität von rechts, der Münchner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Sachschaden wird auf 500 Euro geschätzt. Zeugen werden gebeten sich unter 089/2910-0 zu melden.

Der Autor
Thomas Stöppler
Volontär
t.stoeppler@st-michaelsbund.de


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