Wiedereröffnung nach Anschlag

13.02.2017

Jüdische Extremisten haben vor knapp 20 Monaten einen Brandanschlag auf das deutsche Benediktinerkloster Tabgha am See Genezareth verübt. Wie das Atrium der dortigen Brotvermehrungskirche jetzt wiedereröffnet wurde, lesen Sie hier.

Kardinal Woelki und Präsident Reuven Rivlin bei der Wiedereröffnung © Brüggenjürgen (dr)

Tabgha – Knapp 20 Monate nach dem Brandanschlag jüdischer Extremisten auf das deutsche Benediktinerkloster Tabgha am See Genezareth hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am Sonntag das Atrium der Brotvermehrungskirche feierlich wiedereröffnet. In einer Zeit wachsenden Nationalismus, so Woelki in seiner Predigt, brauche es Versöhnung und ein Leben aus dem Evangelium.

Mit Dankbarkeit sehe man, dass die Schäden des Brandes nicht mehr sichtbar seien, auch wenn "sicher Verletzungen bleiben" bei jenen, die die Schäden erfahren haben, so Woelki weiter. Machthaber in der ganzen Welt schürten "heute wieder stärker denn je nationalistische Ideen und geben ihnen einen religiösen Rahmen". Dadurch schürten sie Abgrenzung und verführten insbesondere junge Menschen zu Hass und Gewalt, sagte der Kardinal. "Wir als Christen sind gefordert, Gottes Reich und Gerechtigkeit durch unser Tun eine konkrete Gestalt zu geben".

Hass kann nicht gewinnen

Der israelische Präsident Reuven Rivlin dankte in seiner Ansprache allen am Wiederaufbau Beteiligten. "Ich bin gekommen, um laut und deutlich zu sagen: Hass kann nicht gewinnen", betonte Rivlin. Alle Menschen seien gleich vor Gott und dem Gesetz. "Wir stehen ein für Religionsfreiheit, weil wir als Volk sehr gut wissen, was es bedeutet, religiöse Verfolgung zu erleiden, und wir stehen ein für religiöse Freiheit, weil wir ein demokratischer Staat sind", führte der Präsident aus.

Im Juni 2015 verübten mutmaßlich Täter aus der israelischen Siedlerbewegung einen Brandanschlag auf das zur Abtei gehörende Kloster Tabgha am See Genezareth. Es entstand ein Schaden in Millionenhöhe; zwei Personen wurden leicht verletzt. (KNA)


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