Religiöses Buch des Monats Wilde Weihnachten

20.11.2018

In ihrem "anderen Lesebuch" für die Advents- und Weihnachtszeit drück Andrea Schwarz die "Stop"-Taste und gibt Tipps, um das Überdrehte aus diesen Tagen zu nehmen.

"Wilde Weihnachten" von Andrea Schwarz
"Wilde Weihnachten" von Andrea Schwarz © Gradl

München – Für viele Menschen ist die Adventszeit mit viel Stress verbunden. Dabei ist gerade in dieser Zeit die Sehnsucht nach Ruhe und Besinnung groß, und das wäre ja eigentlich auch der Sinn dieser Zeit. „Advent will uns lehren, achtsam zu sein, neu hineinzuschauen, sich auf das Kommen des Herrn vorzubereiten“, schreibt Andrea Schwarz in ihrem Lesebuch. Sie ermutigt ihre Leser, ihre Gewohnheiten in der Adventszeit zu ändern, den Advent nicht mit Geschenkestress, Weihnachtsfeiern und –märkten etc. vergehen zu lassen. „Habt Mut, Advent und Weihnachten anders sein zu lassen. Seid wachsam, haltet Ausschau nach den Zeichen, bereitet euch vor auf Gott. Zündet eine Kerze an und nicht gleich den ganzen Weihnachtsbaum! Gebt Gott eine Chance!“

Die Routine unterbrechen

Dazu bietet sie für jeden Tag zwischen dem 1. Dezember und dem 6. Januar Anregungen. Texte und Gedichte, die die innere "Stop"-Taste drücken, kurz die Routine unterbrechen und dazu beitragen, Gottes Nähe in unserem Leben zu spüren – und „Weihnachten zu sein“. Weihnachten, die Erfahrung der Nähe Gottes, will weiter verschenkt werden. „In uns bekommt der Himmel Hand und Fuß – und ein Gesicht.“ Weihnachten geschieht dann, wenn Gott einen Menschen berührt – und dieser Mensch diese Berührung spürt. Das ist nicht auf die Zeit zwischen dem 1. Dezember und dem Ende der Weihnachtszeit begrenzt.

Gott eine Chance geben

Die Advents- und Weihnachtszeit ist aber eine Gelegenheit, sich die Möglichkeit dieser Berührung bewusst zu machen. Und eine Ahnung davon zu bekommen, dass Gott für mich Mensch wird. Dass er auch in meiner Dunkelheit da und mir nahe ist. Das nimmt die Dunkelheit nicht weg, wirkt aber wie der Streifen Licht, der unter der geschlossenen Tür in ein dunkles Zimmer fällt und den Ausgang zeigt. Um Gott in der Adventszeit eine Chance zu geben (und darüber hinaus), muss man keinen großen Aufwand treiben, zeigt Andrea Schwarz. Es genügt, sich Gottes Nähe im Leben bewusst zu machen. Wenn Sie an der roten Ampel stehen, wenn Sie auf den Bus oder Ihre Kinder warten, darauf, dass das Nudelwasser kocht. Ein kurzer Gedanke: „Hier bin ich Gott“ genügt schon, um den Blickwinkel zu ändern, um sich bewusst zu werden, dass Gott wirklich mitten im Alltag da ist. Advent mit Andrea Schwarz heißt lernen, das Unerwartete zu erhoffen, Neues zu wagen und sich aufbrechen zu lassen. (Christoph Holzapfel)

Das Religiöse Buch des Monats

Seit dem Jahr 2000 wählen der Sankt Michaelsbund und der Borromäusverein jeden Monat ein Buch zum "Religiösen Buch des Monats". Das Anliegen der Auszeichnung ist es, Bücher zum Thema Religion und Glauben in ihrer Bandbreite bekannter zu machen. Dazu wählen die Lektorate monatlich ein Buch aus, das aus Sicht des christlichen Glaubens ein grundlegendes Thema aufgreift wie Orientierung und Sinn im Leben, Gemeinschaft, gesellschaftliche Verantwortung. Diese Bücher geben Rat in verschiedenen Lebenssituationen, greifen Lebensschicksale auf, regen an, das Leben und den Jahreskreis bewusst zu gestalten oder tragen zu gesellschaftlichen und kirchlichen Debatten bei. Die Bücher erreichen so Menschen, die sich Fragen der Gesellschaft und den eigenen biografischen Herausforderungen bewusst stellen wollen und diese Fragen im Licht des religiösen Glaubens reflektieren und vertiefen.

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