Oberammergau 2018 Wilhelm Tell kommt ins Passionstheater

28.11.2017

Im Sommer 2018 bringt Regisseur Christian Stückl zusammen mit Laienschauspielern Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ auf die weltbekannte Bühne in Oberammergau. Der Fokus liegt aber bereits auf den Passionsspielen 2020.

Regisseur Christian Stückl ist auch Intendant des Münchner Volkstheaters.
Regisseur Christian Stückl ist auch Intendant des Münchner Volkstheaters. © Blindhuber

München – Als Christian Stückl im Lokal “Meschugge” am Münchner Volkstheater das neue Programm für das Passionstheater präsentieren will, zeigt sich auf dem Plakat hinter ihm ein waschechter Freiheitskämpfer. Friedrich Schillers “Wilhelm Tell” wird die nächste Eigenproduktion des Oberammergauers in seinem Heimatort. Die Idee den Schweizer Nationalhelden “Wilhelm Tell” auf die Bühne des Passionstheaters zu bringen, mag für den einen vielleicht ein wenig “Meschugge” sein. Für Christian Stückl ist die Wahl aber gar nicht so verrückt in Zeiten, “in denen sich immer mehr Tyrannen in den Vordergrund drängen.”

Schillers Klassiker bringt auch noch einen weiteren Vorzug mit, der dem Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele zugute kommt: Viele, viele Rollen. Genau das richtige also für den Sommer 2018. Denn für die begehrten Rollen der nächsten Passionsspiele (2020) läuft bereits das Auswahlverfahren. Dazu gehören auch Christian Stückls berühmte Spaziergänge durch die Gemeinde Oberammergau, wenn er wieder mit wachen Augen nach Schauspieltalenten sucht. Im März endet die Anmeldung der Spielberechtigten und am 20.Oktober 2018 gibt es die feierliche Verkündung der Rollen. “Wilhelm Tell” wird also für ihn die letzte Möglichkeit sein, viele Schauspieler auszutesten, betonte Christian Stückl.

Lust auf Theater

Mit Eigenproduktionen wie Shakespeares “Antonius und Cleopatra” (2012), Richard Wagners Oper “Der Fliegende Holländer” (2017) oder eben Schillers “Wilhelm Tell” (2018) werden die Oberammergauer selbst zu so etwas wie Freiheitskämpfern. Der Wille, Theater zu spielen, ist im Dorf einfach zu groß, um immer zehn Jahre zu warten. Dem Spielleiter ist es dabei jedoch wichtig, nicht immer nur “Sandalenstücke” mit seinen Laienschauspielern aufzuführen. Sowohl thematisc, als auch zeitlich ein kleiner Bruch mit alten Traditionen.

Der Gemeinde kann es recht sein. Die Jugend wird in allen musischen Disziplinen gefördert und Werbung für die fast 400 Jahre alten Passionsspiele sind die Eigenproduktionen ja auch. Klar, dass das Fazit der letzten sieben Jahre deswegen durchweg positiv ausfällt. Denn das alles gibt es aufgrund der vielen Ehrenamtlichen und Freiwilligen für schlappe 90.000 Euro im Jahr - so beziffern Christian Stückl und der Oberammergauer Bürgermeister Arno Nunn die durchschnittlichen Kosten. Ein gutes Investment für eine weltbekannte Bühne. (Maximilian Blindhuber)

Der Kartenvorverkauf für Wilhelm Tell startet hier am 1. Dezember. Karten für die Aufführung des “Brandner Kasper” durch das Ensemble des Münchner Volkstheaters in Oberammergau gibt es dort bereits.


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