Erster European Homeless Cup ist zu Ende "Wir haben es dem Rest der Welt gezeigt"

27.06.2013

Sektdusche, Mannschaftsgesänge und Jubel bei Spielern und Zuschauern - nach zwei Tagen Fußballfeeling pur mitten in München ist am Mittwoch die erste Fußball-Europameisterschaft für Wohnungslose – der European Homeless Cup – zu Ende gegangen.

Die Gewinnermannschaft aus Rumänien mit dem Siegerpokal (Bild: Sankt Michaelsbund)

 

Den Sieger-Pokal durfte die Mannschaft aus dem rumänischen Team in Händen halten. Bei den Frauen siegten die Bulgarinnen. "Ich bin so stolz auf meine Landsleute", sagte eine junge rumänische Zuschauerin, die zufällig beim Turnier vorbeigekommen ist. "Auch weil sie damit zeigen, dass sie ganz normale Jungs sind, die gerne zur Gesellschaft dazugehören möchten."

170 Spielerinnen und Spieler aus 13 Ländern kämpften zwei Tage lang auf dem Münchner Odeonsplatz um den Europameistertitel. Das Besondere: Alle Spieler sind Obdachlose oder leben in Einrichtungen für Wohnungslose und Suchtkranke. Neben Mannschaften aus den Niederlanden, der Schweiz oder Bosnien-Herzegowina gab es auch Teams aus München. Mit dabei waren zum Bespiel eine Mannschaft aus dem Adolf-Mathes-Haus des Katholischen Männerfürsorgevereins und von "Bunt kickt gut" aus München.

Für den bayerischen Sportpfarrer Martin Cambensy ist der Cup eine tolle Sache, denn so ein Erlebnis gebe wieder neuen Mut, den die jungen Menschen in ihrer oft schwierigen Situation brauchten, so Cambensy. Es sei eine klassische win-win-situation für alle Beteiligten. Organisiert wurde das Turnier vom Katholischen Männerfürsorgeverein in München. Zusammen mit vielen Sponsoren wurde das Turnier möglich.

Victor Münster vom Männerfürsorgeverein sieht gerade in dem Sport Fußball eine Riesenchance. Es sei ein anerkannter Sport mit dem man auch die Menschen in die Mitte der Gesellschaft hineinhole, sagte Münster den Münchner Kirchennachrichten. Die Spielerinnen und Spieler jedenfalls haben die Tage in München trotz kalten Temperaturen und körperlicher Anstrengung in vollen Zügen genossen. Oder wie es Alex vom Team des Adolf-Mathes-Hauses formulierte: „Wir haben dem Rest der Welt gezeigt, dass auch wir Ziele erreichen können.“ (ah)

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