Pfarrverband Erdweg „Wir tragen einen Schatz“

10.02.2020

Vor 50 Jahren wurde der Pfarrverband Erdweg gegründet. Damit war er der erste Pfarrverband in der Erzdiözese München und Freising. Weihbischof Haßlberger war für den Festgottesdienst vor Ort.

Weihbischof Haßlberger steht am Ambo und predigt. Menschen sitzen in Reihen und hören ihm zu. Von ihnen sind nur die Hinterköpfe zu sehen.
Weihbischof Haßlberger predigte zum Jubiläum des Pfarrverbands Erdweg. © Kiderle

Erdweg – Der 1. Februar 1970 war für die neun Kirchengemeinden Arnbach, Eisenhofen, Erdweg, Großberghofen, Hirtlbach, Kleinberghofen, Unterweikertshofen, Walkertshofen und Welshofen ein denkwürdiger Tag: Sie alle wurden Teil der neu gegründeten, damals so genannten „Verbandspfarrei“ Erdweg (Dekanat Indersdorf), des ersten Pfarrverbands in der Erzdiözese München und Freising. Angesichts mehrerer frei werdender Seelsorgestellen wagte man sich an den Versuch, der Personalnot mit einem Verband von fünf Pfarreien mit insgesamt neun Gemeinden zu begegnen und unter der Leitung des 30-jährigen Pfarrers Engelbert Wagner einen neuen Weg zu gehen.

Einblicke in die Geschichte

Die Gründung des Pfarrverbands Erdweg fiel in eine Zeit des Umbruchs: Getragen von der Aufbruchsstimmung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–65) und begleitet vom Geist der Würzburger Synode (1971–75) formierte sich der neue Pfarrverband rund um den zentral gelegenen Ort Erdweg, in dem 1973 das neue Pfarrzentrum St. Paul eröffnet wurde. Zeitgleich bildete sich auch die gleichnamige politische Gemeinde, wofür die Gründung der Grund- und Mittelschule 1968 und die Gemeindegründung 1972 wichtige Meilensteine waren.

An diese ereignisreiche Zeit erinnerten vergangenen Sonntag damalige wie heutige Akteure und Pfarrverbandsmitglieder anlässlich des 50-jährigen Pfarrverbandsjubiläums. Unter Mitwirkung ehemaliger Seelsorger aus dem Pfarrverband und zahlreicher weiterer Konzelebranten feierte Weihbischof Bernhard Haßlberger im Erdweger Pfarrzentrum einen Festgottesdienst, der im Verlauf von über zwei Stunden Einblicke in die Geschichte und das heutige Wirken des Pfarrverbands gab, aber auch den weiteren Weg in den Blick nahm.

Gott und die Sorge um bedürftige Mitmenschen

Ausgehend vom Evangelium, in dem Jesus seinen Jüngern zusagt, das Salz der Erde und das Licht der Welt zu sein (Mt 5,13-16), fragte Weihbischof Bernhard Haßlberger in seiner Predigt, was denn eigentlich jener Schatz beinhalte, den wir Christen durch die Zeit und zu den Menschen trügen und der uns zu „Salz“ und „Licht“ mache. Mit Verweis auf die wechselvolle Geschichte des Volkes Israel und den Text der 1. Lesung (Jes 58,7-10) stellte er fest, dass es vor allem zwei Dinge seien, die unseren christlichen Schatz ausmachten: die Gewissheit, Gott an unserer Seite zu haben, und die liebevolle Sorge um unsere bedürftigen Mitmenschen – und genau dies gelte es auch in der zukünftigen Arbeit des Pfarrverbands immer wieder sichtbar und erfahrbar zu machen.

Chancen für Frauen

Beim anschließenden Stehempfang wurden Erinnerungen ausgetauscht: Altpfarrer Engelbert Wagner erzählte mit Begeisterung von der Aufbruchsstimmung der Gründungszeit; Johanna Dobmeier, bis 2018 langjährige Vorsitzende des Pfarrverbandsrats, beklagte, dass die Einheit des Pfarrverbands immer wieder gegen Widerstände neu erkämpft werden müsse, und hob die vielen Chancen hervor, die der Pfarrverband insbesondere Frauen zur kirchlichen Mitarbeit biete. Weihbischof Bernhard Haßlberger gab zu bedenken, dass sich ein guter Pfarrverband durch das richtige Maß zwischen Selbständigkeit und Miteinander der Pfarreien auszeichne, während Pfarrverbandsleiter Marek Bula von der gelingenden Zusammenarbeit der Pfarreien berichtete, aber auch einräumte, dass die angekündigten weiteren Stellenstreichungen eine große Herausforderung für die Zukunft darstellten. (Joachim Burghardt ist Redakteur der Münchner Kirchenzeitung)


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