Deutscher Krimipreis Wo wir Deutsche überall die Finger drinhaben

28.11.2018

„Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens“ spielt in zwei Regionen, die weit auseinander liegen, aber doch einiges gemeinsam haben: Rumänien und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Menschen haben einen totalen Systemwechsel von einem sozialistischen Regime zu einer an westlichen Vorbildern orientierten Demokratie erlebt. Damit kamen auch der Kapitalismus und Proftinteressen: Landaufkäufe sind das große Thema. Akteure aus dem Ausland spielen eine gewichtige Rolle, während in der Region die alten Seilschaften und Gewohnheiten noch weiter bestehen und vieles aufzuarbeiten ist.
In dieses Umfeld bettet Oliver Bottini seine Krimihandlung und die beginnt mit einem brutalen Mord an einer jungen Frau. „Ich möchte Menschen beobachten, denen extremen Dinge geschehen“, erklärt Bottini und das gilt für das unmittelbare Umfeld der Mordopfer, aber in weiterem Sinn auch für Menschen, deren persönliches Leben von einer besonderen politischen Situation geprägt wird, zum Beispiel dem rumänischen Ermittler Ioan Cozma.
Außerdem reizt es den Autor, in Regionen zu schauen, mit denen unser Leben in Deutschland längst verwoben ist „Wir sind ja als Deutsche enorm verstrickt in Beziehungen zu anderen Ländern, die deutsche Politik. Wo wir überall die Finger drin haben, und das aufzudecken finde ich hoch spannend". Gute Hintergrundrecherche ist ihm da wichtig und der Verzicht auf Klischees: „Ich wollte die Menschen in Rumänien frei von Klischees zeigen, indem ich sie sie selbst sein lasse."

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OliverBottini: Menschen beobachten in extremen Situationen

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Buchtipp: Fluchthelfer und Spione

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