Uwe Timm Woher kommt der Rassismus?

15.01.2018

Uwe Timm erzählt die Geschichte von Alfred Plötz, der überzeugter Kommunist war und dann zum Begründer der Rassenhygiene der Nationalsozialisten wurde.

Aufgeben dürfe man angesichts des Drucks von rechts nicht, betont er: „Man kann schon was machen. Man muss halt aufstehen, man muss diskutieren, man muss schreiben.
In der Rahmenhandlung seines Romans schickt Uwe Timm einen deutschstämmigen amerikanischen Soldaten auf die Spur von Alfred Plötz. Michael Hansen heißt der und kommt 1945 nach Deutschland. Im Auftrag des US-Geheimdienstes soll er herausfinden, welche Rolle der Wissenschaftler Plötz für die Nazis gespielt hat.
Im Mittelpunkt stehen Alfred Plötz und sein Freund Wagner. Die beiden sind als junge Männer überzeugte Kommunisten. Das ändert sich, als sie in Amerika Kommunen besuchen, die nach dem Model „Ikariens“ funktionieren sollen, der Utopievorstellung eines französischen Sozialutopisten. Doch die Bewohner der Kommunen fristen ein karges Dasein und rackern sich in der Landwirtschaft ab. Die Freunde sind tief enttäuscht, und ziehen jeder für sich grundverschiedene Konsequenzen: Plötz möchte die Welt mit den Mitteln der Wissenschaft verändern, bis zu dem Punkt, an dem er für die Nationalsozialisten den perfekten Menschen züchten will. Wagner bleibt bei Kampf um eine gerechtere Welt, kommt zeitweise ins KZ nach Dachau und kann sich für den Rest des Kriegs in einem Antiquariat verstecken.

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Uwe Timm über "Ikarien"

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