FFP2-Maskenpflicht Wohlfahrtsverbände sorgen sich um Arme

18.01.2021

Seit Montag gilt in Bayern im Nahverkehr und beim Einkaufen eine FFP2-Maskenpflicht. Wohlfahrtsverbände warnen dabei vor einer Benachteiligung Bedürftiger. Der Caritasverband hat sich auch zum Thema Maskenspenden geäußert.

FFP2-Maske vor weißem Hintergrund
In Bayern im Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht: Die FFP2-Maske. © Formatoriginal - stock.adobe.com

München/Nürnberg - Die Wohlfahrtsverbände der beiden großen Kirchen in Bayern haben angesichts der ab Montag, 18. Januar, geltenden FFP2-Maskenpflicht in Nahverkehr und Einzelhandel in dem Bundesland vor der Benachteiligung von Bedürftigen gewarnt. "Gerade von Armut Betroffene sind auf den ÖPNV angewiesen. Ihnen darf die Nutzung durch die Maskenpflicht nicht zusätzlich erschwert werden", sagte die Vorständin der Diakonie in Bayern, Sabine Lindau. Landes-Caritasdirektor Bernhard Piendl erklärte, die Masken dürften nicht zum Spekulationsobjekt werden und müssten für alle erschwinglich bleiben.

Sowohl Caritas als auch Diakonie forderten eine Versorgung von ärmeren Menschen mit den besonders schützenden FFP2-Masken. "Für besonders einkommensschwache und sozial abgehängte Zielgruppen, beispielsweise Obdachlose, sollten FFP2-Masken deshalb frei verfügbar sein", mahnte Piendl. Lindau erinnerte daran, dass die Staatsregierung bereits Ende vergangenen Jahres eine Million solcher Masken kostenfrei zur Verfügung gestellt habe.

Großer Bedarf

Bayernweit zu Spenden von FFP2-Masken aufzurufen, mache aus Caritas-Sicht wenig Sinn, da man nicht über die Logistik verfüge, "die Masken dann an den Mann zu bringen", so Sprecher Tobias Utters. Allerdings gelte schon: "Wenn jemand zu viele Masken hat oder jemand ein größeres Kontingent kauft, dann darf er das gerne an die nächste Sozialstation, Teestube, Tafel oder vielleicht auch das Pfarramt bringen, denn gerade dort schlagen die Menschen auf, die möglicherweise in finanziellen Schwierigkeiten sind und sich eine Maske aus der Apotheke vielleicht nicht leisten können."

Auch der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in München freut sich über Masken-Spenden. "Der Bedarf ist sicher sehr groß, denn die Masken sind ja relativ teuer und unsere Klientinnen haben dafür bestimmt kein Geld übrig", betont Pressesprecherin Barbara Altweger.

Bayern beginnt Verteilung an Bedürftuge

Das Kabinett hatte am vergangenen Dienstag, 12. Januar, eine von Montag an geltende Maskenpflicht für den öffentlichen Personennahverkehr sowie den Einzelhandel beschlossen. Die Verfügbarkeit sei ausreichend gewährleistet, "also es gibt keine Mangelware FFP2", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Masken seien sogar "deutlich im Überfluss, zum Teil jedenfalls, vorhanden".

Bayerns Gesundheitsministerium hat unterdessen damit begonnen, 2,5 Millionen FFP2-Masken für Bedürftige an die Kommunen zu verteilen. Das Technische Hilfswerk kümmere sich um den Transport, teilte das Ministerium am Dienstag, 19. Januar, in München mit. Laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) soll jeder sozial Schwache fünf solcher Masken erhalten.

"Wir wissen, dass diese Masken teurer sind als gewöhnliche Mund-Nase-Bedeckungen", räumte Holetschek ein. Von den nun bereitgestellten 2,5 Millionen FFP2-Masken sollen Empfänger von Grundsicherung sowie Obdachlose und Nutzer von Tafeln profitieren. Holetschek erklärte, es werde geprüft, ob es zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Lieferung geben werde. (kna/ksc/vt)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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